Sonntag, 30. Januar 2022

Dynafit Vert 3

Leichter Laufrucksack mit Platz für eine 1 Liter Trinkblase und zwei 250ml Trinkbeutel. Stöcke können theoretisch befestigt werden. Doch die Spitzen könnten das dünne Material zerstören. Da würde ich einen Schutz empfehlen. Bei der Aktion wäre der Rucksack abzuschnallen, also nicht sehr komfortabel gelöst. Es gibt eine Reißverschlusstasche vorne und eine wasserdichte Tasche innen.

Vorne sind zwei offene Taschen, da passt ein Smartphone rein, doch beim Bücken würde es herausfallen. 

Vorteil ist klar das Gewicht. Den Laufrucksack mit Trinkblase merke ich kaum. Für mich ist es bisher der beste Laufrucksack. Ich liebe das Schnellverschlusssystem zur zusätzlichen Befestigung. Es ist einhändig zu bedienen und gut justierbar.

Mir hat die Größe S gepasst. Viel Spiel ist allerdings nicht und soll auch nicht sein. Der Rucksack ist enganliegend zu tragen.



Scarpa Ribelle Run

Ein Schuh, der auf Trails einen stabilen Lauf beschert. Er ist gut zu reinigen und trocknet schnell. Das Obermaterial geht allerdings schnell durch die Bewegung im Vorfuß schnell kaputt. Es ist leider kein Einzelfall, da ich den Schuh zweimal gekauft habe.

312g wiegen die Schuhe.


Scarpa Spin Ultra Schuhe

 

Die Schuhe sind stark gedämpft, wie es bei Ultra Running Schuhe üblich ist. Die Verarbeitung wirkt hochwertig. Der Schuh scheint robust gebaut.

Allerdings zeigen sich im Fersenbereich schon Abnutzungserscheinungen. Für Ultraläufer definitiv nicht geignet und sehr enttäuschend.
Das Profil läuft sich schnell ab.
Im Zehenrandbereich links habe ich Probleme mit der Enge des Schuh.
Leider stellte sich das erst nach einem 30km Lauf dar. Für mich ein insgesamt ein Fehlkauf.


Ich hatte mir auch noch die Goldengate bestellt, aber die haben mir nicht gepasst.

Scarpa Goldengate
Der Scarpa Spin Ultra Schuh muss eingelaufen laufen. Er ist nicht ganz so gut im Vorfußbereich zu säubern. Dies ist aufgrund des Meshmaterials zur Belüftung. Die gelbe Farbe wird dort wohl am ehesten dunkler.

Nach der Reinigung:



Brust raus von Tanja Bülter

Die TV-Moderatorin Tanja Bülter ist 48, als sie ihre aggressive Brustkrebs Diagnose erhält. Das Buch erzählt ihren Weg von Anfang bis zum Abschluss der Chemotherapie. Ihre offene und ehrliche Art hat mir sehr gut gefallen.
Über Brustkrebs habe ich viel gelesen, es gibt einige Bücher. So einen eindringlichen Lebensbericht habe ich nicht entdeckt.
Tanja Bülter schreibt schonungslos offen und lässt auch die fiesen Nebenwirkungen nicht aus. Schön sein, trotz Brustkrebs und Chemo ist nicht gerade eine Kombination, die man erwartet. Vielen fehlt die Kraft, um sich neben den Strapazen um das Aussehen zu kümmern.

Das Buch ist nicht nur für Betroffene eine lesenswerte Lektüre, auch Angehörige und Freunde finden interessante Informationen. Der Umgang mit einem Krebspatienten ist nicht leicht. Welche Worte sind die richtigen, da zieht sich manch einer zurück.
Es gibt schlechte Momente und Tiefpunkte während der Chemotherapie, die den Körper entkräften, gerade dann sind liebe Worte und ernstgemeinte Gesten sehr von Nutzen.

Die enthaltenen Fotos zeigen den Weg einer Krebserkrankung und mir eine Frau, die sich nicht unterkriegen lässt. Den Kopf hoch halten, eine starke Ausstrahlung und eine anhaltende Kraft sind neben der Ehrlichkeit der Autorin sehr bewundernswerte Eigenschaften.

Sportlich sein trotz Chemo, gesund essen und leben, das sind wichtige Aspekte.
Tanja Bülter zeigt, es gibt Möglichkeiten und Wege sich selber trotzdem schön zu finden.
Sie erzählt von alternativen Therapien, Yoga und Atemübungen. Dies sind nur ein paar Beispiele.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ein ehrlicher Bericht von Patienten kann informativer sein, als von Ärzten und Klinikpersonal. Aus erster Hand habe ich hier einige nützliche und hilfreiche Dinge erfahren.
Ich kann "Brust raus" sehr empfehlen.





Mord auf Provenzalisch von Serena Kent

Penny fühlt sich inzwischen sehr wohl in der Provence. Ihr Bauernhaus wird renoviert, mit ein paar Problemen, davon lässt sich die  resolute Engländerin nicht abhalten. 

Mit ihren neuen Freunden wird gut gegessen und geplaudert. Pennys französisch klappt mittlerweile echt gut. Ihre leichte Verliebtheit in den Bürgermeister von St. Merlot findet keinen Fortschritt, mag er sie mehr, oder doch nicht. Eine Verabredung zum Essen wird ständig verschoben. 

Bei einer Galerie Eröffnung in Avignon bricht ein Künstler zusammen. Pennys detektivischer Ehrgeiz ist wieder erwacht. Der Mord in ihrem Pool liegt lange genug zurück, so dass sie ihre Nase erneut in Angelegenheiten steckt, die sie besser der Polizei überlässt. Kommissar Reyssens mag es gar nicht, wenn diese Engländerin sich in seine Angelegenheiten einmischt. Doch die Neugierde ist größer und schnell befindet sich Penny in einem Kunstskandal und ein Mord erschüttert sie zutiefst. Nun sollte sie besser mit ihren Schnüffeleien aufhören, sonst könnte es böse enden.

Hinter Serena Kent steckt das Autorenehepaar Deborah Lawrenson und Robert Rees. Mit ihrem ersten Band über die Engländerin Penelope Kite, die sich in der Provence niedergelassen hat, haben sie eine schöne Reihe begonnen. Mit Penny und der Provence lässt sich viel schreiben. Ich fände es allerdings merkwürdig, wenn jedes Mal ein Mord passiert. Dies wäre zu übertrieben. 

Ansonsten hat mir die Fortsetzung gut gefallen. Es gibt eine gute Prise Humor und Dramatik. Die Landschaft ist reizvoll beschrieben und macht Lust auf eine Reise.

Es wird wieder viel gegessen und getrunken. Allen Vorsätzen zum Trotz, das Gewicht nicht zu vermehren, futtert Penny ordentlich. Die Bäckereien sind einfach verlockend und die Restaurants bieten köstliche Spezialitäten.

Die Charaktere sind unterschiedlich und vielseitig. Sie bieten viel Abwechslung. 

Wer Cosy Crime mag, ist hier genau richtig. 

Den ersten Band muss man nicht unbedingt gelesen haben, es kommen kleine Wiederholungen vor, die den Leser nicht stören, wenn er Band 1 kennt.


Sonnenschatten: Die Chroniken von Ereos 1 von Benjamin Keck

Zu Beginn des Buches findet Ihr eine Karte auf der ihr im Verlauf des Buches, die bereisten oder erwähnten Orte nachvollziehen könnt. Auf Facebook hat der Autor Benjamin Keck die bunte Karte geteilt, die wir auch zoomen können. Am Ende des Buches gibt es ein Personenregister.

Ich habe bereits Tul gelesen und kenne Evva bereits. Bevor ich zum ersten Teil der Chroniken von Ereos gelange, las ich die Vorgeschichte "Agnons Schicksal". Sie spielt zeitlich nach Tul. Es geht schon turbulent zu bis Agnon ein Fass mit eiskalten Wasser zum Überlaufen bringt. Die Gruppe mit der geheimnisvollen Atera, dem schlagfertigen Nordmann Delon, der diebischen Evva und dem Ritter der Enterbten Agnon ist irgendwo in Treos unterwegs, um ... so genau weiß ich es noch nicht. Jedes Kapitel wird mit einem historischen Zitat oder einer dunklen Vorahnung eingeleitet. Agnon zieht Schwierigkeiten an sich, wie Motten das Licht. Ein Toter im Bett zum Beispiel. Hauptsache das Frühstück findet statt. Wir müssen die Derbheit mit der heutigen Aufgeregtheit bewerten, wo ein Gasthaus mit schief hängenden Tavernenschild schon Abzüge im Restaurantführer bekommen würde. Andere Zeit, anderer Kontinent und vor allem andere Sitten. Es ist Mittelalter-Fantasy und das ist nicht abwertend gemeint. Zudem gewürzt mit Magie, Kult, Götter und Humor.

Wir als Leser erfahren durch die unterschiedlichen Handlungsstränge und Zwischenspiele mehr, wie der Hase läuft als unsere Helden. Dadurch wird es scheinbar vorhersehbar was passiert. Doch manchmal kommt es anders, als man denkt.

In Teil 1 Sonnenschatten lernen wir Sha, den Dünenbändiger und sein introvertiertes Kamel kennen. Die Wege von Sha und das Gespann Evva und Delon kreuzen sich. Wie sich Evva gewandelt hat, von einer diebischen Elster zu einer Berserkerin. Noch schlimmer ist ihr Freund Delon, der wie eine Axt im Walde agiert. Da wirkt es schon gerade zu komisch, wenn die Truppe feststellt: "Alles Verrückte hier!". Lustig fand ich die Szene im Fluss mit dem Gejammere, Wasser von innen, was von links, Wasser von rechts, Wasser von oben. Sauber, erinnert mich an Forrest Gump.

In dem ersten Teil steckt soviel Fantasie, dass es schwer vorauszusagen ist, was als nächstes passiert. Noch ein Dejavu hatte ich mit den neun Schatten, die mich verdammt an die neun Ringgeister von Herrn der Ringe erinnern. Ebenfalls die Sprüche "Zum Euref" oder "Beim Teutertes" bei Asterix und Obelix.

Blutig wird es in der Ausbildungsstätte der Schatten. Aber trotz aller Opfer gewinnt auch hier die Menschlichkeit. Nicht jeder ist abgrundtief böse, wie er erscheint. Der Autor schafft es, absonderliche bis abscheuliche Taten so in eine geordnete Ausbildungskulisse zu versetzen, dass es schon merkwürdigerweise normal und selbstverständlich wirkt. Ich kenne den Stil bereits von dem Romanen "Tul" und "Die ersten Monate". Benjamin Keck ist ein Autor, der die Schattenseiten des Lebens ausleuchtet und mit Leben füllt. Im Grunde zeigen die Geschichten, dass Menschen trotz Wahnsinn und Abgründen leben. Vor allem die, die das Gesellschaftssystem zu nutzen verstehen und in ihrem Inneren eine rudimentäre Ethik bewahren.

In jeder Romanfigur steckt Yin und Yang. In jedem Charakter steckt zu gleichen Teilen Gutes wie Schlechtes und in jedem Guten Anteil ist etwas Schlechtes und umgekehrt. So steckt auch in dem Buch Gutes und Schlechtes. Für meinen Geschmack war die Brutalität weniger unterhaltsam, ich hatte mehr Spaß an den phantasievollen Ereignissen, Örtlichkeiten und Gegebenheiten. Dadurch gelingt es, ein wenig Sympathie für die Diebe, Assassine, Berserker und Narren in dieser surrealen Welt zu empfinden. Wir können gut aus ihrem Werdegang nachvollziehen, warum Täter, so wurden, wie sie sind bzw. vortäuschen.

Dies auf eine unterhaltsame wie humorvolle Art so umzusetzen, ist die unnachahmliche Gabe des Autors. Ein funkelndes Goldstück fliegt für die Geschichte durch die Luft.

Samstag, 29. Januar 2022

Rekursion von Mikael Lundt

Marc Jensen hat vor Jahren an einem Forschungsarbeit mitgewirkt bis diese auf mysteriöse Weise verschwand. Doch sie taucht bei Wikileaks - äh nein - Leaks4Geaks wieder auf. Hinzu gibt es einen Todesfall. Was wird hier gespielt? Seine Tochter Jennifer ist IT-Sicherheitsspezialistin und geht der Sache nach. Oder geht die Sache ihr nach? Jedenfalls packt mich die Spannung. Die Seiten knistern förmlich, denn bis zur Hälfte Buches bleibt unklar, was Marc da an genialer Forschung betrieben hat und warum sich ausgerechnet 10 Jahre später eine scheinbar gefährliche technisch hochgerüstete Organisation dafür interessiert. Sie hat alles im Zugriff, nur keine Kaffeemaschine. Jennifer gefällt mir am besten mit ihrer flapsigen Art und der 68 prozentigen Wahrscheinlichkeit, dass sie etwas Schilde führt.
Interessant am Plot ist, dass es auch mehrere Handlungsstränge und Szenenwechsel gibt, wo im Grunde alle das Schlimmste zu vermeiden versuchen - jeder aus seiner Sicht, rational bzw. emotional. Ich möchte nicht dramatisch erscheinen, aber es geht um nichts Geringeres als die Zukunft der Menschheit... und die Vergangenheit.

Wer die Vergangenheit verändern will, hat keine Zukunft, oder etwa doch?
Wer hingegen in die Zukunft blickt, der wird das wahre Leben nie erkennen.

Für mich war es ein Buch, wo ich nicht viel auszusetzen habe. Einzig das ungute Gefühl, dass es vielleicht doch noch eine Fortsetzung gibt, die mich wieder gefangen hält.