Dienstag, 3. Januar 2023
Schmelzpunkt von Wolf Harlander
Aurora erleuchtet von Amie Kaufman und Jay Kristoff
Was im Finale auf die Freunde zu kommt, sprengt jede Vorstellungskraft.
Das böse Ra'haam macht sich breit und droht alles zu vernichten. Die gesamte Galaxie könnte verschlungen werden von dem blühendem Feind.
Es bedarf eines Wunders, damit die Galaxie gerettet werden kann. Die Zeit läuft ihnen davon.
Doch was sollen sie tun und wie können sie den Feind bezwingen? Denn die Zeit spielt ihnen Streiche. Noch dazu muss ein Bündnis her mit einem anderen Feind. Eine schier unmögliche Aufgabe, doch Tyler Jones und sein Squad 312 stellen sich auch den schlimmsten Herausforderungen.
Es hat mir Spaß gemacht und es war ein spektakuläres Abenteuer mit unglaublichen Szenen, die sehr gut umgesetzt wurden vom Autorenteam Kaufman/Kristoff.
"Aurora erleuchtet" stellt andere Science Fiction Bücher in den Schatten. Ich bin ein Star Wars Fan, habe aber hier keine Vergleiche angestellt, denn die Aurora Trilogie hat damit nichts gemeinsam.
Das phänomenale Paket mit Aurora, Kaliis, Scarlet, Zila, Tyler und Finian ist einzigartig.
Das Konzept der aufgeteilten Kapitel ist spitze. Jeder vom Squad hat seine eigene Stimme und seine Sichtweise wird erzählt. Der vielfältige Schreibstil macht das Abenteuer zusätzlich genial.
Schade, das es ein Ende hat, das Team ist mir sehr sympathisch und ich würde sie gerne wiedersehen. Ich denke jedoch, es passt, so wie es endet.
Inmitten der Sterne werden wir uns wiedersehen
Sentient von Victor Acquista
In den Buch von Dr. Victor Acquista lernen wir, wie wir Außerirdische begrüßen - mit einem High-Five.
Zudem erfahre ich, wie Gedanken umbringen können.
Und Gedanken von Anderen lesen zu können, macht einen selbst unkreativ.
Interessant fand ich die Transporttechnik Teleportation im Buch. Ändert man die Frequenz eines Objekts, wandelt sich diese in Energie, die sich auch an einem anderen Ort zurück materialisiern lässt. Somit sind nicht nur Gefanken frei, sondern auch die Zielorte von Materie. So die Theorie. In der Praxis kann der zerstreute Professor Strickland bereits bestehende Transportsysteme durch seinen Prototyp beeinträchtigen.
So geschieht es eines Tages, dass ein Reisender durch die Galaxis nackt in seinem Labor steht, einzig bewaffnet mit Telepathie. Für eine bequeme Integration sorgt die KI Arthur.
Anyeuros lernt, dass nicht jeder Gedanke auf der Erde wertvoll ist, nicht jeder Keks gut tut und schwedische Fleischbällchen ein Zahlungsmittel sind.
Anyeuros, der außerirdische Immigrant, stellt fest, dass es auf der Erde keine Telepathie gäbe. Ich wage dem zu widersprechen. Vielleicht ist Telepathie bei uns verkümmert und wenig bewusst, jedoch deutet sehr viel daraufhin, dass Telepathie auch vereinzelt von Menschen genutzt wird. Anyeuros bemerkt weiterhin, dass es kein kollektives Bewusstsein auf der Erde gäbe? Möglicherweise eine Frage der Definition. Ohne kollektives Bewusstsein wäre kein gemeinschaftliches Handeln möglich. Aber zugegeben, das Bewusstsein ist bei der Menschheit fragmentiert.
Ich fühle mich bei Professor Strickland ein wenig an "Back to the future" und bei Anyeuros erinnert an einen Jedi. Er ist seiner Zeit voraus und er arbeitet gerne mit jungen Leuten zusammen, die ihm gegenüber erwiesenermaßen dank Gedankenlesung unvoreingenommen sind.
Das Buch hat einige Längen und eine Kürzung empfehle ich. Persönlich fand ich die außerirdischen Kulturen, Politik und Clans nicht so mitreißend. Neugieriger war ich, wie die Menschheit im Buch mit der Telepathie umgehen würde. Was macht ein kollektives Bewusstsein aus? Was ändert sich? Wie wird es genutzt?
Das Buch ist ein nettes Gedankenspiel, was wäre wenn... und kommt mit passenden Antworten.
Samstag, 31. Dezember 2022
Kallistos Erbe: Hard-Science-Fiction von Ryan Rockwell
Mysteriöse Unfällen passieren hier. Schon bei der Anreise gibt es Zwischenfälle und dunkle Vorahnungen.
Neue Identität, neuer Job, neue Umgebung, neue Freundin und ein interessantes Bedürfnis gilt es für Carl unter einem Hut zu bekommen.
Berenice, seine Chefin verantwortlich für die koloniale Schließ- und Türsystemsicherheit, meint, es sei der falsche Zeitpunkt für Beschwerden.
Wo ich grübel, ist der vermeintlich weise Spruch kein Geld für Frieden, aber für Krieg. Wie sähe denn Geld für Frieden aus?
Gutes Essen für alle Gefängnisinsassen? Alkoholverbot? Kostenlose Sportvereinsmitliedschaft? Weniger Rohstoffverbrauch?
Was ich mag, ist, dass bis 75% Fortschritt des Buches wir nicht genau wissen, was die Gegenspieler vorhaben oder bereits umgesetzt haben. Stück für Stück nähern wir uns dem X wie auf einer Schatzkarte.
Dabei ist stets die Gefahr, erwischt zu werden. Was auch realistischerweise passiert. Es ist somit nicht so einfach für Systemgegner und zudem ungewiss, was als nächstes passiert, wie es weitergeht und wie unsere unfreiwilligen Helden da heil wieder rauskommen.
Was ich nicht verstehe ist, dass ihre Zugriffe auf Sicherheitssoftware immer noch funktionieren nach der Festsetzung. Das könnte ich mir nur erklären, wenn sie vorher eine Backdoor eingebaut hätten. Aber bei R2D2 ging es ja auch. Die Portale gleiten auf mit dem Lärm einer Müllpresse. Nummer vier lebt übrigens.
Ich mag den Humor, selbst von dem humorlosen Muskelmann.
Obwohl der Roman in der Zukunft spielt, fühlt er sich nicht fremd an. Es gibt normale Schusswaffen, die üblichen Fronten der Nationen und eine lokale Diktatur in einem sozialistisch organisierten Kolonie, Umweltprobleme und Ansagen des Kapitäns und das Klatschen der Passagiere bei der Landung.
Von der ersten bis zur letzten Seite fühlte ich mich prächtig unterhalten. Das Buch wurde mit einem sauberen Ende abgeschlossen, doch ich werde mir den Autor Ryan Rockwell merken, denn vermutlich geht die Geschichte weiter.
Freitag, 30. Dezember 2022
Gut Erlensee von Juliane Weinberg
1922 steht Cäcilia Herringer vor dem Antritt ihrer Anstellung als Lehrerin. Zu der Zeit gab es die Bestimmung, dass eine Lehrerin nicht verheiratet sein darf, Kinder waren selbstverständlich auch ausgeschlossen. Cäcilia will ihre Unabhängigkeit auf keinen Fall verlieren. Sie hat hart für ihren Traumjob gekämpft.
Doch als sie den smarten Physiker Jakob Kaltenbrunner kennenlernt, kommen Gefühle auf die junge Frau zu, denen sie sich schwer entziehen kann.
Die Familienidylle auf Gut Erlensee bröckelt, der heimeilige Frieden ist gestört. Ein Drama bahnt sich an und Cäcilia muss um ihre Zukunft fürchten.
Ich habe 12 Stunden der Geschichte auf den Ohren genossen.
Das Hörbuch wird von Sandra Voss mit einer tollen Intensität erzählt. Sie variiert ihre Stimme im passenden Moment und gibt so den Charakteren eine starke Persönlichkeit. Die schwierige Thematik bringt die Erzählerin gut auf den Punkt.
Die Geschichte ist interessant, ich wusste nichts vom Lehrerinnenzölibat. Da hatten es junge Frauen sehr schwer, durch das Studium zu kommen und sich in der Männerwelt zu behaupten.
Umso mehr habe ich Cäcilia bewundert. Der Mut der jungen Lehrerin ist bemerkenswert.
Das Hörbuch ist gut aufgeteilt in die Hauptfiguren, vor den Kapiteln wird der jeweilige Charakter angesagt.
Mir hat es gut gefallen, ich empfehle es weiter, für Menschen, die sich für die Zeit um 1922 interessieren und sich nicht an der Borniertheit mancher Figuren stören. Mich hat es aufgeregt, wie mit Cäcilia umgesprungen wurde.
Trotzdem bin ich sehr zufrieden mit der Geschichte.
Es ist der 2. Teil der Gut Erlensee Reihe. Ich kenne den 1. Band nicht, glaube jedoch, dies ist nicht unbedingt nötig. Die Familienverhältnisse kommen klar zum Ausdruck, es gab für mich kein Unverständnis.
Meine Begeisterung ist dennoch nicht groß genug, dass ich die Reihe weiter verfolgen möchte.
Mittwoch, 28. Dezember 2022
Der Sucher von Tanja French
Übersetzt von: Ulrike Wasel, Klaus Timmermann
Leseprobe Fischer Verlag
