Samstag, 16. Juli 2022

Würzburg

 























7. Maintal Ultratrail MTUT 2022


Der Tag sollte sonnig werden. Der Veranstalter des 64km langen Rundkurs hatte jedoch eine überwiegend waldige Strecke mit vielen kleinen Pfaden ausgesucht. Im Wald war es angenehm. Endlich wieder laufen nach einer Woche Tapering. 

Anfangs gab es eine paar technische steile Passagen bergab, wo ich meinen Schuhen alles abverlangt habe. Ich war wieder begeistert, wieviel Grip sie haben und auch bei knubbeligen Wegen sich eher um die Unebenheit legen als den Fuß im Schuh Rabat auszudenken oder wegzuknicken.
Zudem habe ich 64km im Schuh stehen können, ohne Blasen oder sonstwelche Wunden. Wunden habe ich mir lediglich bei meinem Sturz zugezogen. Die Beine waren nach 60km nicht frisch und der Schritt zu flach. 
Jetzt sah ich aus, wie ein Trail-Läufer, dreckig und verschraubt. 
Mein Bier habe ich mir redlich verdient. 1780hm. Nach 44km bin ich die Berge hochgegangen, denn ich wollte am nächsten Tag noch in Würde abreisen können. Somit bin ich vernünftig gelaufen und habe meine Beine geschont.
Taktisch bin ich auch gelaufen, kurze Aufenthalte bei Verpflegungspunkten, die letzten eher auslassen. Wichtig war mir Wasser bei der Wärme. Ich hatte mir den 1l Trinkbeutel noch zweimal halb ausfüllen lassen. Dadurch habe ich Zeit gespart, denn in einen Trinkbecher geht nicht viel rein und trinken während des Laufens führt eher zu Verlusten.
Belohnt wurde dies mit einer guten Platzierung 3. Platz AK, ingesamt 10. Gesamt mit einer Zeit von 6:23:07. 

Die Veranstaltung verzichtet auf Startbeutel. Es gibt nur eine Startnummer.
Teuer ist die Veranstaltung deswegen, da unzählige Helfer und Rettungsdienste platziert wurden. Das fand ich im Vergleich zu anderen Veranstaltungen auffallend viel. Die Zielverpflegung ist okay: Alkolfreies Bier, Trauben, Äpfel, Bananen, Kuchen Erdnüsse, Melonen, Salzstangen. Unterwegs gab es noch Kartoffeln und Käse.


Die Medaille ist etwas klein. Da wurde offenbar gespart.


Donnerstag, 14. Juli 2022

Swisseye

 


"Das Blut der Unschuldigen" von Qualbertus

"Das Blut der Unschuldigen" ist ein österreichischer Krimi. Luk Leroy ist so ein unbequemer Sonderermittler für die Staatsanwaltschaft. Er hat zwar eine eine gute Aufklärungsquote, aber zugleich ist er Querdenker und Einzelgänger. Damit gelingt es ihm, naheliegende einfache Schlussfolgerungen zu widerlegen und eine neue Ermittlungsrichtung einzuschlagen. 

Der Roman fängt als klassischer Krimininalfall an und steigert sich zu einem bedrohlichen Szenario für die Welt. Der Countdown in den Überschriften deutet es schon an, es wird spannend und knapp. Etwas wird passieren. Ein Highlight ist die Verknüpfung der Geschichte mit Relikten einer historischen Techologie "Made in Germany", die immer noch einsatzfähig und tödlich ist.

Zum Glück hat Leroy auch gute Instinkte für Gefahr. Durch seine Ermittlungen scheucht er Gegenspieler auf, die ihm gefährlich werden können. Es gibt wilde Schießereien. Der Vortrieb der Geschichte ist rasant. Das Buch ist schnell zu lesen.

Die Charaktere werden sehr ausführlich entwickelt.

Leroys familärer Hintergrund war das Besondere an dem Buch, überraschend und auch berührend.

Humor habe ich leider nicht gefunden. Eigentlich schade. Wobei Manta-Fahren schon bei mir ein Grinsen verursacht. Es gibt keine Verfolgungsjagd, keine Tächtelmächtel mit schönen Österreicherinnen, oder winzige Gadgets, daher handelt es sich nicht um einen Bond-fähigen Plot. Muss es auch nicht. Leroy ist eben Leroy, eine eigene Marke. Bin gespannt auf seinen nächsten Einsatz. 

6bpm more with hat

Military study about deep body temperature when wearing a hat. https://mmrjournal.biomedcentral.com/articles/10.1186/s40779-019-0208-7

Mittwoch, 13. Juli 2022

Der Zauber von Rash - Die Grüne Weite von Florian Clever

Es grünt so grün in Weite der Taiga

Es ist schon eine illustre Gesellschaft mit der wir es im Verlauf der Fantasiegeschichte zu tun haben: Dungleser, Vampir-Frau, Knochenschüttler, Geheimnishüter, Vogelfreie und die mit Vogel, Kopfgeldjäger und geltungssüchtigte Köpfe, ein Riese mit Riesengemächt, Einsiedler mit einigen Gästen...

Eine Biestfrau gibt es auch, aber die kennen einige Ehemänner womöglich bereits bei sich zu Hause.

Das Buch ist gespickt mit Emotionen Angst, Rache, Machtgier, Neugier, Beschützerinstinkt. Es geht blutig und magisch zu.

Von einer Fehde zum Krieg und zur zerbrochenen Keksdose ist es nur ein kleiner Schritt. Kann der Kahn, oder der Zaubertrank in der Phiole mit ungewissen Nebenwirkungen helfen?

Die beschriebenen Kampfszenen sind förmlich in meinem Kopf lebendig geworden. Florian Clever vermag es eine Welt so detailreich, einleuchtend und facettenreich zu gestalten, dass ich das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven Gut und Böse verfolgen konnte. Die Erzählstränge wechseln sich wirkungsvoll ab, um die Spannung zu erhöhen.

Es gibt noch Folge-Bänden, somit ist klar, dass dieser Band 1 nicht den Spannungsbogen abschließt, aber er hört auch nicht unbefriedigend auf, sondern spornt mich eher an, auch die Folgebände verschlingen zu wollen. Mir hat der Auftakt sehr gut gefallen und ich fand auch prima, dass hier mehr Magie und weniger skurille Götter zum Einsatz kamen im Vergleich zu anderen Büchern, die in dieser fabelhaften Welt spielen, wo die Taiga nur ein kleiner Ausschnitt ist.