Samstag, 24. Juli 2021
Waldwärts von Geraldine Schüle
Die Autorin hatte viel erlebt weltweit und fühlte sich trotzdem nicht angekommen. Das hatte sie oft gehindert sesshaft zu werden. Ihre Freiheit zu erhalten, ist ihr bestreben, reisen und trotzdem da zu bleiben. Kann das gelingen?
Die Autorin beschreibt anschaulich, wie sie von der Natur profitiert, aber auch wie sie von ihr abhängig ist. Auch, wenn sie den Kopf gerade woanders hat, wird sie andernorts gebraucht. Das Feilen an der beruflichen Existenz kann dazu führen, dass andere Existenzen leiden. Die Beispiele, wie die Natur das Leben bestimmt und umgekehrt, sowie auch Verantwortung notwendig ist, wurden sehr schön eingeflochten. Das Buch hat schon philosophische bis lebensberatende Züge.
Meine Frau hat übrigens auch so ein im Buch beschriebenes Schwarzes Loch im Bauch, da passt alles mögliche rein und verpufft. Es hat keine Auswirkung auf ihren Körper. Ich hingegen muss 15km laufen, um die Kalorien wieder loszuwerden.
Gefallen hat mir auch die Stelle mit den Plänen. Schmunzeln musste, denn in der Softwarebranche werden ja Pläne verteufelt, weil sie nie stimmen. Die Schlussfolgerung, die viele ziehen, dann eben planlos zu arbeiten. Das gibt zwar Freiheiten, aber nach meiner Erfahrung kommt nur die Hälfte von dem raus, was man in einem Projekt mit Planung erzielt wurde. Zudem bin ich der Meinung, Pläne muss man laufend anpassen. Das wird jedoch wiederum auch gerne nicht gemacht. Daraus zu schließen, nichts ist planbar, ist fatal.
Das zweite Kapitel ist eher ein Reisebericht. Krassere und gefährlichere Länder für eine Radtour könnte man sich kaum aussuchen. Die Autorin meint, die Abenteuer sind nicht in dem Moment, wo sie sie durchlebt bereichernd, sondern danach.
Eine weitere wichtige Botschaft in diesem Abschnitt: Innere und äussere Bewegung, wer stehen bleibt hat schon verloren. Sie wählt den Begriff "Flow" und Lebensfluss, der stetige Veränderung mit sich brächte.
Dann kommt im dritten Kapitel ein Ereignis, wo ich denke, oohhh neiinnn. Krass, mir bleibt die Luft weg.
Ist das überstanden, geht es zum letzten Kapitel. Fertig sind wir nie, heißt es. Die Doppeldeutigkeit mag ich.
Nun, man sagt so, dort auf dem Land leben die einfachen Leute. Dabei ist das Leben nicht einfach. Es ist anders und auch wieder nicht. Ich überlege, ob es freier ist. Ich arbeite ja fremdbestimmt. Dafür bekomme ich Geld. Auf dem Land bestimmen vor allem die Tiere und der eigene Anbau, den Tagesablauf. Dafür gibt es Produkte. Ist Freiheit des Menschen ein Mythos? Nein, wie können wählen, verändern, neuanfangen, ankommen. Wo? Waldwärts!
Ankommen und Wachsen in der Natur heisst der Untertitel auf dem Cover des Buches "Waldwärts".
Es ist ein abgerundetes Buch, welches erdet, ohne den feurigen Antrieb zu verlieren und mit dem Fluss der Zeit schwimmend, ständig nach Luft schnappend, ein minimalistisches alternatives Leben schmackhaft macht. Für wahr elementar fürs eigene Bücherregal.
Freitag, 23. Juli 2021
Sturm über Miranaqua (Tad Time #12) von Jonas M. Light
Es geht gleich los mit einem magischen Kampf. Lichtwesen gegen Schattenwesen. Ich halte das Buch für Quereinsteiger wie mich nicht geeignet. Allerdings wenn ihr Euch doch in diese Welten begebt, dann empfehle ich Euch wirklich das Glossar. Dort befinden sich nützliche Informationen, die ich zu gern in die Handlung eingeflochten gesehen hätte.
Ein paar Illustrationen befinden sich ebenfalls am Ende des Buches, aber die machen das Buch drucktechnisch teurer. Man muss die Geschichten als Booksnack sehen. Sie ist schnell gelesen und soll wohl durch den Verzicht auf Nebensächlichkeiten und den direkten Einstieg ins Getümmel spannend sein. Ich lese grundsätzlich Bücher gerne, die auf wenigen Seiten eine runde Geschichte hinbekommen. Das ist auch hier der Fall. Allerdings kann ich hier keinen Reiz erkennen. Das klassische Gut gegen Böse erwartet den Leser.
Die Kämpfe überschatten alles andere. Mir fehlen ein wenig die kleveren Charaktere, die nicht nur wie im Spiel Donkey Kong von einem Level zum nächsten wetzen, sondern sich überraschende Wendungen, vertrackte Situationen, Rätsel, Humor und das gewisse Extra ergeben. Zwar lerne ich nach und nach die Welten kennen, aber ich könnte jetzt nicht sagen, was das Buch besonders macht. Was wäre, wenn ich die Charaktere und die Serie bereits kennen würde, dann würde ich bestimmt besser einsteigen können, richtig? Ich habe mir auch die die erste Episode besorgt. Doch schnell stellte sich auch dort meine Verwirrung wieder ein. Ich vermute, der Autor möchte bewusst Verwirrung auslösen, um damit den Leser bei der Stange halten. Serien machen das ja auch. Es könnte auch sein, dass der Autor es nicht besser kann, als Verwirrung zu stiften. Oder ich bin selbst einfach zu verwirrt und erkenne nicht das, was unterhaltend sein soll.
Die Geschichte und die Weltenbereisung fand ich ja reizend. Auf so wenigen Seiten, so viele Orte und Personen zu packen, ist wahrlich eine Schreibkunst. Das Cover finde ich sehr gelungen und kunstvoll. Ein absoluter Hingucker. Also ein Buch mit Licht und Schatten.
Donnerstag, 22. Juli 2021
Bloom Die Apokalypse beginnt in deinem Garten von Kenneth Oppel
Auf der Erde wächst überall schwarzes Gras, welches sich rasant ausbreitet.
Die Getreidefelder gehen ein, Tiere finden kein Futter mehr.
Die Menschen sind verzweifelt, was können sie tun? Forscher überlegen und testen Pflanzengift, nichts hilft.
Parallel
lernt man drei Jugendliche kennen, die plötzlich ihre Allergien los
werden und merkwürdige Veränderungen an sich erleben. Gibt es da einen Zusammenhang?
Ein humorvolles und etwas gruseliges Szenario entwickelt sich. So schnell wie das Gras wächst, so schnell liest sich das Buch.
Es
ist ein Jugendbuch, der Stil ist einfach und leicht lesbar. Die drei
Jugendlichen prägen die Geschichte, um sie dreht sich die Handlung. Sie
haben etwas in sich, was das Geheimnis um das Gras lösen könnte.
Das
Cover wirkt wie ein Marvell Comic, die Grashalme sehen sehr lebendig
aus. Das Grün ist phantastisch, die Kombination mit schwarz ziehen den
Blick an.
Die Story hat keinen Tiefgang, trotzdem ist sie sehr
unterhaltsam. Man darf keine besonders interessanten Gespräche erwarten,
die Jugendlichen wirken eher blass.
Eine hohe Spannung habe ich dennoch empfunden, das Gras entwickelt sich weiter und die Gefahr wird stetig größer.
Trotz mancher Szenen und Dialoge die mir nicht gefallen haben, ist es insgesamt recht unterhaltsam.
Das
Buch wird ab 12 Jahre empfohlen, der einfache Stil ist für mich damit
begründet. Daher bekommt es von mir nur einen Stern abgezogen, ich habe
mich ausreichend amüsiert und kann über manche Dinge hinweg sehen.
Es erscheint demnächst die Fortsetzung, dies war mir von Anfang an bewusst,
somit stört mich das Ende nicht.
Mittwoch, 21. Juli 2021
Sonntag, 18. Juli 2021
Skyward - Der Ruf der Sterne von Brandon Sanderson
Die Menschen haben sich in kleinen Gruppen in Höhlen verkrochen.
Fernab der Erde auf Alta müssen sich die letzten Überlebenden vor Aliens schützen.
Die Krell greifen immer mal wieder an, große Menschenansammlungen werden vernichtet.
Zur Verteidigung müssen neue Piloten ausgebildet werden.
Zu
ihnen gehört die junge Spensa, sie will fliegen, dies ist ihr größter
Wunsch. Allerdings hat Spensa einen schweren Stand. Ihr Vater gilt als
Verräter, dies steht einer Karriere als Pilotin im Weg.
Doch Spin, wie ihr Rufname lautet, ist zäh und kämpft sich zu einer Ausbildung durch.
Die Steine, die ihr in den Weg gelegt werden, spornen Spin nur noch mehr an.
Spensa
ist großartig, sie gefällt mir sehr. Ihre Art sich zu verteidigen und
durchzusetzen ist bewundernswert. Obwohl sie eigentlich keine Chancen
hat, lernt und kämpft sie für ihren Traum.
Dieses Weltraumabenteuer ist Science Fiction vom Feinsten. Obwohl es auf eher kleinem Raum spielt, bietet es Größe.
Die dargebotenen Schlachten sind spannend und teilweise atemberaubend.
Der
Kampf gegen die Krell scheint aussichtslos, doch die Menschheit lässt
sich nicht auslöschen. Alle Kräfte werden mobilisiert, um möglichst
viele Piloten auszubilden.
Die Geschichte bietet nicht sehr viele
Schauplätze, der Radius ist eingeschränkt, dennoch entwickelt sich eine
ausgedehnte Atmosphäre. Die Charaktere sind unterschiedlich, manchmal
nervend, aber immer unterhaltsam.
Die beste Figur war für mich Schreckschneck.
Abgerundet wird das Buch durch
Zeichnungen der Flugobjekte. Zu Beginn der Geschichte kann man sich auf
der Verlagsseite eine Farbtafel von Alta anschauen. Dies erleichtert
das Verständnis für die Umgebung auf Alta.
Das Cover zeigt die junge Frau, die einen intensiven und ausdrucksstarken Blick hat.
"Skyward" bietet Raum für eine Fortsetzung, auf die ich hoffentlich nicht allzu lange warten muss.
Für
Science Fiction Fans kann ich das Buch sehr empfehlen. Es bietet sehr
viel Action, Flugsimulationen, Kämpfe im All und ein paar
zwischenmenschliche Gefühle.
Dank einer KI, die in einem Science Fiction Buch nicht fehlen darf, einen wohldosierten Humor.








