Sonntag, 27. Juni 2021

Das Jahr, als die Bienen kamen von Petra Postert

Josy erbt von ihrem Großvater einen Bienenstock. Was soll sie damit? Bienen sind langweilig und völlig uninteressant.
Dann meldet sich Alma bei Josys Eltern. Sie soll mit den Bienen vertraut werden und nun einmal die Woche zu Alma kommen und von ihr lernen.
Dies geht ein paar Wochen so, dann steht der Bienenstock im Garten von Josy.
Die Mutter ist überhaupt nicht einverstanden, Bienen stechen und sind gefährlich. Sie betritt den Garten nicht mehr.
Josy lernt schnell und findet Gefallen an den Bienen.
Dann wird sie gestochen und plötzlich steht die Zukunft des Bienenstocks auf dem Spiel.

Eine wundervolle Geschichte über Bienen.
Was mir sehr gut gefallen hat, sind die Abschnitte aus Sicht der Bienen. Es wird beschrieben, wie sie leben und welche Aufgaben die Bienen haben. Dadurch wird einem erst bewusst, was für ein arbeitsintensives Leben so ein Insekt hat. Das kurze Leben von ein paar Wochen ist ausgefüllt den ganzen Tag.
Gleichzeitig erlebt man wie Josy eine Entwicklung durchmacht. Von Desinteresse zu einer begeisterten Imkerin.
Selbst jemand, der sich bisher nicht für Bienen interessiert hat, wird das Buch mögen. Es ist nicht für Kinder und Jugendliche ein schönes Buch, auch Erwachsene haben da sicher ihre Freude.
Es ist schön kurzweilig und schnell gelesen.


TULIPAN VERLAG
Kinder & Jugend
SEITENZAHL: 192
ERSTERSCHEINUNG: 21.08.2017
ISBN: 9783864293726
EMPFOHLENES ALTER: ab 10 Jahren
Ebook 138 Seiten

Stadt der Wölfe von Christian Linker

 Eine gute "was wäre wenn" Geschichte, die auch zum Nachdenken anregt.

Janek wacht morgens auf und ist sehr verwundert. Wo ist seine Familie?
Er ist allein zu Hause. Die Stadt ist leer, keine Autos fahren. Wilde Tiere streunen durch die Straßen.
In der Schule ist auch keiner zu finden. Janek schreibt einen Hilferuf an die Tafel.
Was sind das für Geräusche, was hört er? Schleicht da jemand hinter ihm her?
Janek beginnt sich zu fürchten und fragt sich verzweifelt, was als nächstes passiert.

Eine kurzweilige, aber sehr spannend geschriebene Geschichte. Für Kinder ab
10 Jahre sehr empfehlenswert.
Es ist ein kleines Abenteuer mit großer Wirkung. Die Seiten sind schnell gelesen, dadurch kommt die Lösung und das Ende recht schnell.
Der Schreibstil ist einfach und kommt ohne schwierige Wörter aus.
Mir hat es gefallen, wie Janek versucht mit der Situation umzugehen. Er verliert nicht den Kopf, er macht sich Gedanken und geht der mysteriösen Sache auf den Grund. So ganz allein ist er nicht.

dtv Verlagsgesellschaft
Kinder & Jugend
Ersterscheinung: 16.03.2015
ISBN: 9783423426831
empfohlenes Alter: ab 10 Jahre
Ebook 115 Seiten

Samstag, 26. Juni 2021

Überhitzt von Claudia Traidl-Hoffmann und Katja Trippel

In einem Buch, der beim Dudenverlag veröffentlicht wurde, finde ich bestimmt keine Rechtschreibfehler, dachte ich mir. Nunja, bei einer Zahl war die Tausendertrennung falsch gesetzt, aber im Grunde war es erwartungsgemäß sauber geschrieben. Das rote Buch fing mit einem lockeren Interview von Dr. Eckart von Hirschhausen mit den beiden Autorinnen an, die den Bereich Umweltmedizin und Journalistik abdecken. Ich stellte mir dabei vor, wie eine Umweltärztin agieren würde. Hält sie ihr Stethoskop gegen einen Bergrücken gedrückt und ruft einatmen und ausatmen? Weit gefehlt, die Umwelt ist weniger das Problem, es ist der Mensch. Im Vorwort erfährt der Leser ein wenig vom Hintergrund der Autoren und wie die beiden an all die Informationen und Fakten in dem Buch gekommen sind. Die Schokolade für Interviewpartner hat offenbar gewirkt. So kamen viele interessante Gespräche mit Experten zustande. Mit einem Dialog in ein Fachbuch einzusteigen, ist ja schon kreativ.

Was mir zudem gefällt, sind die Icons auf jeder Seite, die für ein Kapitel stehen. Damit habe ich gerade bei Rezensionen eine gute Orientierung, wo ich mich befinde, insbesondere dann, wenn ich das Buch über mehrere Tage lese oder als Nachschlagewerk nutze. Praktisch finde ich auch das Abbildungs-, Quellen- und Stichwortverzeichnis.

Eine vertretene These im Buch ist, dass es nur gesunde Menschen geben kann, wenn die Erde gesund sei.

Gedanken gemacht habe ich mir als der Fellverlust des Menschen angesprochen wurde, ob es wirklich eine gute Entwicklung war, als der Mensch vor 5 Mio Jahren das Fell verlor. Es würde uns heute vor Sonnenbrand und Mücken schützen. Kleidung wäre auch nicht notwendig. Doch beim Langlauf würde es zur Überhitzung führen. Also alles gut.

Hitze kann tödlich sein, führte das Buch weiter aus. Das ist sicherlich einigen Lesern nicht bewusst. Wie oft habe ich gehört, das warme Temperaturen angenehm wären und es immer ein bis zwei Grad wärmer sein könnte. Manche denken sogar, ich hab doch eine Klimaanlage. Das Buch liefert genau solchen Zeitgenossen Beobachtungen und Statistiken, die belegen, dass nicht das Klima ein Problem ist, sondern wir. Die Erde würde uns überleben, aber wir würden verhungern oder überhitzen. Bei 43 Grad Körpertemperatur denaturieren die Proteine, bei 26 Grad Körpertemperatur verlieren wir das Bewusstsein. Andauernde 1-2 Grad Veränderung der Außentemperatur fordert vom Körper Höchstleistung, um die Körpertemperatur konstant bei optimalen 37 Grad zu halten. Trinken ist wichtig, die Bewegungsintensität und das Alter spielen eine Rolle. Der Wohnort ist entscheidend, der Beruf und der Gesundheitszustand, wie wir die Hitze vertragen.

Mich fasziniert die Vielfalt an Aspekten, die hier Kapitel für Kapitel untergebracht sind. Der Schreibstil ist gut verständlich, eingängig und für wahr kein Fachchinesisch. Im Grunde sei Hitzeschutz auch keine Raketenwissenschaft. Mit einfachen und wenigen Mittel könnten wir für Verbesserungen sorgen. Auch bei der Politik ist das Thema offenbar platziert. Ich stelle dennoch fest, dass eine Waldfläche nach der anderen verschwindet. Und damit die dort lebenden Arten. Ein Thema was fehlt, ist der Gesundheitszustand der Wälder in Folge der fehlgeleiteten Forstwirtschaft, die den Wald Jahr für Jahr zugrunde "pflegt".

Im Buch wird auf aktuelle Projekte, Studien, Initiativen in Deutschland und Strafen eingegangen, Digitalisierung, Mobilität, Allergien, Immunisierung, Viren, Blaualgen, etc.. Das alles zusammengenommen hört sich doch nach ziemlich großer Biodiversität an. Ich hätte mir gewünscht, dass das Buch mehr hervorheben würde, dass es durchaus nicht schlecht wäre, mehr für den Menschen gefährliche Arten zu haben. Unbegrenztes Wachstum ist sicherlich schlimmer zu bewerten, als eine Pflanze, die Schnupfen verursacht. Jede Art, ob Zecke, Mücke oder Elefant im Porzellanladen haben ihre Berechtigung. Wir sollten nicht alles verteufeln und in permanenter Angst leben.

In den ersten Sätzen steht, das Problem ist der Mensch. Erst mit dem Kapitel "Klima, Kopf und Seele" bei Seite 214 wird der Mensch adressiert. In dem Buch finden sich eher korrektive Handlungsmaßnahmen für uns Leser und keine präventive Maßnahmen. Das liegt zum einen daran, dass die Klimawende schon in vollem Gang ist und zum anderen, dass die Maßnahmen banal wären. Müssen Autorinnen erklären, wie ich mich umweltgerecht und nachhaltig verhalte? Ich denke, es weiß jeder Mensch, doch diese zeigen auf Politik, Projekt, Programme... Das alles klingt mir zu sehr bequem und zu wenig vertrauenerweckend. Wir brauchen keine Worte, wir brauchen Taten. Oh, das steht auch so ähnlich und wenig überraschend gegen Ende im Buch. Die Haltung "Andere sollen mal was tun", ist schwach. Es sei wichtig, dass jeder so viel grün, wie nur möglich um sich schaffe. Ich ergänze gedanklich: "und überlegt Kreisläufe zu nutzen". Wir brauchen Natur, können uns einfügen und es gibt bereits viele nachhaltige Produkte, die um Längen besser sind, als deren künstliche Alternativen. Jetzt zurück zum Buch, welches übrigens klimaneutral produziert wurde und PEFC zertifiziert ist. Ganz großes Lob an die Autorinnen bzw. den Verlag dafür.

Bei der Zeckenimpfung hätte ich mir ein paar Zahlen gewünscht zur Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung versus Risiko der Wirkungsverstärker im Impfstoff z.B Aluminium.

In den Buch gibt es sogar ein paar Abbildungen zur besseren Erklärung des Buchinhalts. Interessant fand ich die Tabelle mit den Bäumen mit Allergierisiko-Klassifikation. Birke kenne ich ja, aber Eibe auch allergisch? Ich mag trotzdem meine Eibenhecke.

Um die 300 Seiten Informationsflow erwarten den Leser. Das Buch schließt quasi mit einem Interview ab genauso wie es begann. Diesmal mit Martin Herrmann. Ob er klug ist, weiß ich nicht, aber er ist von KLUG.

Eine schöne Idee quasi als Zugabe finde ich die Klimasprechstunde. Ich möchte jetzt nicht wissen, wieviele jetzt 112 anrufen, weil sie Symptome wie hochroter Kopf, Aggressivität, plötzliches Erbrechen nach einem Kneipenbesuch oder in einem beruflichen Meeting spüren.

Bahnbrechend, innovativ, außergewöhnlich ist das Buch nicht, aber es hat Spaß gemacht, es überhitzt zu lesen und zu bewerten. Jetzt muss ich aber weiter zur nächsten Krise.

Donnerstag, 24. Juni 2021

2044: Auf Leben und Tod von Fred Schumacher

Bei dem Buchtitel "2044 Auf Leben und Tod" wurde ich zunächst stutzig. Was sagt mir diese Zahl 2044? Klar, auf den ersten Blick ist es das Jahr in dem der Roman beginnt. Auf den zweiten Blick steht die Zahl semantisch für Willenskraft und Individualität. Mir scheint dies eine verdeckte Botschaft von Fred Schuhmacher, dem Autor, zu sein.

Meine erste Entdeckung im dem Buch ist die Halbinsel PARA. Dort zu wohnen scheint ein besonderes Privileg zu sein. Die Bewohner selbst entscheiden darüber und nicht selten heißt es: "Du kommst hier net rein, Du Wicht".

Die Überwachung zum Schutz von PARA ist sehr präzise und umfassend. Sie macht vor privaten Räumen nicht halt. Gerade Beziehungen zwischen PARAs und Nicht-PARAs, hier "Wichte" genannt, sind besonders suspekt und daher überwachungswert. Ein verliebtes Pärchen in dieser Konstellation stört das und sie versuchen, der permanenten Überwachung zu entfliehen. Auf geht's nach Berlin. Wird dies gelingen? Datenschutz war ja in Deutschland immer groß geschrieben, denke ich mir, aber Berlin war auch die Stadt mit den meisten Agenten und Geheimtunneln.

Oh, eine Nachricht vom Minihandy: Meine Bekannte fummelt gerade an jemanden herum. Es gibt sogar eine Sprachaufzeichnung. Ich blättere schnell zur nächsten Seite im Buch. Weitere beunruhigende Nachrichten lese ich. Dieses Antipodien rüstet mit nuklearen Waffen auf, eine klare Bedrohung für die PARA-Welt. In dem Buch ist aber auch alles drin: Krebs, Umwelt, Politik, Konzerne, Militär, Waffen, Technik, Menschen, Immunsystem und natürliches das Zusammenspiel bzw. Börsenspiel. Wie dem auch sei, der Autor lockert dieses durch die Wahl der Namen und Ausdrücke mit ein wenig Humor auf: "Ach du liebe Börse". Zudem klingt mir Antipodioten verdächtig nach Idioten. PARA suggeriert para-militärisch, und dann noch die Bezeichnung für alle, die nicht auf der PARA-Halbinsel leben: "Wichte". Namen wie Schwarzschild-Rockenfelder sind hingegen klangvolle Namen, die altehrwürdig und nach viel Kapital klingen. "Tropf" steht für Logistikzentrum. Ich mag grundsätzlich Humor, doch es hindert mich ein wenig als Leser, durch diese subtilen Assoziationen in der Fiktion voll und ganz in der Geschichte gedanklich einzutauchen. Für mich kommt das Werk eher wie eine theoretische Extrapolation aus der Gegenwart vor. Der Autor bestätigt dies im Nachwort, dass es sich um ein mögliches Szenario handele.

Aktualität gewinnt der Roman dadurch, dass die Menschheit weiter an der Intaktheit ihres Immunsystems einbüßt. Es werden monatliche Impfungen verordnet. Schwer bis unheilbare Krankheiten entstehen. Um Nadelstiche zu vermeiden, hat jeder Mensch ein Dock-Implantat im Körper für den Impfstoff. Die Pharmaindustrie macht gute Geschäfte mit schwachen Immunsystemen. Kommt Euch das bekannt vor? Manchmal schreibt das Leben die besten Geschichten.

Ich finde es interessant, wie der Autor mit jedem Kapitel einen weiteren Informationsbaustein zum besseren Verständnis des Szenarios liefert und sie mit den Wahrnehmungen der zwei Protagonisten verwebt. Für uns Leser wird dadurch die Situation erst richtig plakativ und innerlich betroffen. Zum Schluss des Buches werden wir hingegen mit Erklärungen, Absichten, Hintergründen und Motiven überschüttet. Das stellt sich mir etwas unausgewogen dar, die gesamte Aufklärung ins letzte Kapitel zu packen. Das habe ich bei Sherlock Holmes schon nicht gemocht, bei dem der Detektiv auf einmal Dinge aus dem Hut zaubert, die der Leser nicht wissen kann. In diesem Fall könnte ich mir hingegen vorstellen, dass es viele Leser auch nicht wissen wollen.

Das Buch ist quasi als Wirtschaftskrimi, Romanze und dystopische Zukunftsvision zu lesen. Für mich suggeriert die Geschichte, dass wir das Immunsystem besser verstehen und künstliche Abhängigkeiten von Außen vermeiden sollten. Der Mensch könnte sehr wohl ohne Minihandy, permanente Überwachung, regelmäßige Immunisierung durch Impfung, etc. natürlich und frei leben. Doch die gezielte Naturbeseitigung und Einschränkung der Freiheit sind der Schlüssel, um Konzern-Abhängigkeiten künstlich und vor allem global zu manifestieren.

Die unausgesprochene, jedoch implizite Kernbotschaft im Buch ist, die Handlungen von Politik zu hinterfragen und sich nicht zu einseitig zu informieren. Gesundheit lässt sich nicht spritzen. Für Gesundheit muss jeder selbst mit seinem Körper arbeiten. Wir brauchen Natur. Unternehmen geht es um ein solides Businessmodell. Unsere Gesundheit ist ein Markt! Oh, Börse, oh Börse, das Buch bringt es auf den Punkt.

Dienstag, 22. Juni 2021

Das Geheimnis der Schokoladenkekse Ein Fall für Hannah Swensen. Kriminalroman von Joanne Fluke

Mit dem Café "Cookie Jar" hat sich Hannah Swensen sehr beliebt gemacht in der Kleinstadt Lake Eden. Ihre Plätzchen sind ein gern gesehenes Mitbringsel und machen die Bewohner gesprächiger.
Ihr Schwager ist Polizist und gerade mit der Aufklärung eines Mordes befasst.
Hannah nutzt ihre Plätzchen, um bei den Ermittlungen zu helfen. Offiziell darf das keiner wissen, Bill könnte Ärger bekommen. Gerade weil er auf eine Beförderung hofft.
Hannah versucht ihr Möglichstes, doch ihre Neugier ist groß, genauso wie ihr Helferinstinkt.
Also muss sie geschickt ihre Backkunst einsetzen und die Bewohner von Lake Eden ganz unauffällig zum Reden zu bringen. Irgendwer hat bestimmt was gesehen oder gehört, um den Mörder zu fassen.

Ein sehr netter Krimi aus der Reihe "Mord in bester Tradition" aus dem Lübbe Verlag besticht mit Plätzchenrezepten aus der Feder von Hannah Swensen. Am Ende ist eine Übersicht der Rezepte, die im Buch verstreut sind mit Anmerkungen der Bäckerin.
Die Spannung baut sich langsam auf, was der Geschichte nicht schadet. Die Charaktere werden gut vorgestellt, ohne den Leser zu verwirren.
Hannah ist eine sehr sympathische Person, die mir ein wenig zu viel von ihren Plätzchen redet, zumindest verteilt sie am laufenden Band ihre Tüten. Zum Charakter passt es, mir war es eine Spur übermütig.
Die Bäckerin hat Potenzial für eine Reihe, was auch an Bill liegt, dem Schwager.
Als Polizist gibt es immer wieder Zeugen, die befragt werden müssen und vielleicht mit Schokokeksen eher reden.
Die Familie von Hannah bietet ebenfalls genug Gesprächsstoff, von denen würde ich gerne mehr lesen.
Hannahs Liebesleben braucht auch Schwung, von daher muss es eine Fortsetzung geben.
Mir hat dieser leichte Krimi sehr gefallen, es ist eine Geschichte zum wohlfühlen.
Das Cover ist ein Hingucker, man hat viel zu entdecken. Nur das toxische Zeichen an der Bäckereitür ist irreführend.
Der Frauenkopf findet sich vor jedem Kapitel,was zusätzlich sehr hübsch gemacht ist.
Rundum sehr empfehlenswert.


Unter den Masken von Hannah Mauritz

Wie wär es, jeden Tag ein anderer zu sein? Mit dieser Kurzgeschichte kann ich in das wechselhafte Leben von B-78/19 abtauchen.

Dieser ist stets in menschlicher Gestalt unterwegs und zeigt menschliches Verhalten. Doch zu welcher Seite gehört er? Roboter? Mensch? Hat er überhaupt eine Identität. Oder sie?

Gibt es darauf eine rationale oder irrationale Antwort? Ach ja, möglicherweise gibt es mehr. Ein Disput beginnt. Verschiedene Sichtweisen werden ausgetauscht. Die von Menschen, die von menschlichen Robotern. Die Angst vor den Folgen einer Abstimmung steht in den Gesichtern, wenn Roboter Recht bekommen und was wenn nicht? Dienen Roboter den Menschen noch, wenn die gleichgestellt werden? Das erinnert mich an die Diskussion in unserer Gegenwart, ob Unternehmen für Roboter und Automatisierungslösungen nicht genauso Lohnsteuer zahlen müssten, wie für menschliche Angestellte.

Was, wenn ein Roboter in Gestalt eines Menschen für Roboter eintritt, würde er von Robotern akzeptiert? Gibt es einen Streit, einen Streik, einen Streich? Mit welcher Identität?

Das Buch ist spannend durch die Spannung zwischen den Arten. Es gibt viele Fragen und keine einfachen Antworten, im Grunde gar keine Antworten. Aber die Fragen sind auch wichtiger als die Antworten. Die Fragen werden nämlich auch in unserer Zeit zu selten gestellt. Das Buch ist ein Denkanstoß nicht nur für Roboter. Kurz, knapp gerade richtig in der kleinen Pause.