Sonntag, 20. Dezember 2020

Die Schule der magischen Tiere – Endlich Ferien 2: Silas und Rick von Margit Auer

Endlich Ferien! Bei dieser Reihe der magischen Tiere dreht es sich um Ferien mit dem eigenen Tier. Dieser Band handelt von Silas und seinem Krokodil Rick. Sie werden die Ferien in einem Zeltlager verbringen. Silas ist ganz aufgeregt, es ist sein erster Ausflug mit Rick. Hoffentlich geht alles gut und er kann trotzdem mit seinem magischen Tier kommunizieren. Es darf keiner mitbekommen, dass Rick lebendig ist. Das Abenteuer Zeltlager macht viel Spaß und nach anfänglichen Schwierigkeiten, findet Silas neue Freunde. Das Buch macht sehr viel Spaß, es ist gespickt mit Spielen, Rätseln, lustigen Momenten und bunten Liederabende. Es wird gesungen und gelacht, die Kinder verstehen sich gut miteinander. Zunächst ist Silas eher ein Einzelkämpfer, als er merkt, die anderen beginnen ihn zu meiden, überdenkt er sein Verhalten. Man muss für andere dasein und als Team zusammen halten. Die Zeichnungen sind witzig und machen das Buch lebendig. Rick ist ein quirliges Krokodil mit guten Ideen, um Silas den Umgang mit den anderen Kindern zu erleichtern. Ohne sein magisches Tier wäre Silas ein einsamer Kämpfer im Zeltlager. Zum Glück hört er auf Rick und begreift, wie wichtig Kameradschaft ist. Die Idee mit den Ferien Büchern finde ich toll, mal außerhalb der Wintersteinschule die magischen Tiere erleben. Eine sehr schöne Geschichte auch zum Vorlesen. Auf in das nächste Abenteuer mit Henry und Leander.

Shadow Tales Teil 2 - Die dunkle Seite der Sonne von Isabell May

Endlich ist die Fortsetzung da, ich habe sehnsüchtig darauf gewartet. Lelani hat ihre Mutter aus dem Turm befreit und ist mir ihr auf der Flucht vor der High Lady. Sepia ist die böse Schwester von Ashwind. Bei der Zerstörung des Bösen, welches Ashwind im Turm gefesselt hatte all die Jahre, wurde bei Lelani die Sonnenmagie frei gesetzt. Das Amulett, welches sich zu ihrem 18. Geburtstag geöffnet hatte, trug einen Schutzzauber in sich. Wenn bereits im Säuglingsalter beide Magien zum Vorschein gekommen wären, hätte es für Lelani lebensgefährlich werden können. Außerdem musste das Baby vor Sepia geschützt und verborgen werden. Snow hat Lelani, Haze und Ashwind mit in ihren Gasthof genommen, dort sind sie vorerst in Sicherheit. Sie können dort nicht bleiben, sie müssen sich auf nach Kuraigan machen und die High Lady stürzen. Die Welt der fünf Monde muss die Wahrheit über die böse Herrscherin erfahren. Es beginnt spannend und bleibt es auch. Die Geschichte knüpft da an, wo Teil 1 aufgehört hat. Man muss das Licht der fünf Monde gelesen haben, sonst kommt man hier nicht zurecht. Die Charaktere sind sehr einprägsam, jeder hat seine Qualitäten, selbst Kyran hat seine Sympathiepunkte nicht gänzlich eingebüßt bei mir. Mir haben die Darstellungen der Landschaften und Städte sehr gefallen. Es wird sehr bildhaft erzählt und regt die Phantasie an. Die Geschichte lebt durch Lelani, sie ist ein mutiges Mädchen, dass mehr auf ihr Herz hören sollte. Es ist schwierig mit 2 Magien zu leben, doch Lelani schafft es, Sonne- und Mondmagie zu vereinen. Es ist eine interessante Beobachtung, wie sie lernt damit umzugehen. Das Buch hat hier und da ein paar Aspekte aus anderen Geschichten, was nicht negativ ist, sondern sehr gut in den Verlauf dieses Abenteuers passt. Mir gefällt das Cover wieder sehr gut, die Farben passen perfekt und lassen auf eine phantasiereiche Story hoffen, was auch erfüllt wird. Ich habe viel Freude am Buch gehabt und finde es eine sehr gut gelungene Fortsetzung mit einem tollen Abschluss.

Donnerstag, 17. Dezember 2020

Mission: Weisse Weihnachten von Andreas Benz

Die Sonnenuntergäng, so nannten sie sich mal. Es ist eine Weile her, dass dieses Wort unter den Bewohnern des Altenheims Abendruh zur Sprache kam. Das Leben dümpelt so vor sich hin, es gibt kaum etwas, was den Alltag auffrischt. Da wäre die trinkfeste Inge, der narkoleptische Luky, die brummelige Frida, der ruhelose Schriftsteller Hans und die stille Maria. Immerhin treffen sich die 5 von Tisch Nr. 11 regelmäßig in einer alten Waschküche zum Dinge bequatschen. Seit kurzem ist Maria auffällig still, sie hat Krebs. Die Anderen schmieden einen Plan, um Maria einen letzten Wunsch zu erfüllen. Maria würde so gerne noch einmal einen Sonnenuntergang im Schnee in den Bergen sehen. Der Plan wird in die Tat umgesetzt und ein amüsantes Abenteuer beginnt. Es geht einiges schief, die Rentner müssen vor der Polizei fliehen und eine Flucht in die Berge scheint der einzige Ausweg aus dem Schlamassel, in den die Gäng geraten ist. Hoffentlich gelingt der letzte Wunsch für Maria wenigstens. Ein rasantes Tempo baut sich nach einer kleinen Durststrecke auf. Was im Endeffekt nicht schlimm ist, da es im Altenheim eben langweilig ist und den recht rüstigen Menschen wenig geboten wird. Um so mehr drehen sie auf, als es an die Umsetzung des Plans für Maria geht. Ein humorvolles Team mit schrägem Humor und viel Freundschaft untereinander. Sie halten zusammen, komme was wolle. Die Luft ist nicht immer gut, da viel geraucht wird und auch gestritten. Es kommt ein wenig Wehmut auf, wenn sich die Gäng in Gedanken in der Vergangenheit verliert, aber der Humor überwiegt und macht das Buch zu einem wunderbaren Lesevergnügen. Es ist auf jeden Fall eine Geschichte, die ans Herz geht. Einer alten Frau den letzten Wunsch erfüllen, erfordert in diesem Fall Mut und einen starken Willen. Von Beidem haben die Rentner noch genug zur Verfügung. Sehr hübsch ist der Bus vor den Kapiteln, der auch eine Wandlung bekommt. Einziger Minuspunkt ist das Rauchen und der Alkohol, dies wird mir zu selbstverständlich dargestellt. Eine Zigarette in die Toilette werfen, geht gar nicht, dies hat mich am stärksten gestört, daher 4 Sterne von mir.

Mittwoch, 16. Dezember 2020

Tausche Ehe minus gegen Freundschaft Plus

Die ersten Seiten eines Buches sind ganz besonders wichtig. Als Powerleser konsumiere ich sehr viele Romane unterschiedlicher Genre. Wenn man gerade der ernsthaften Welt eines Autors entflüchtet ist und nun einen Titel wie "Tausche Ehe minus gegen Freundschaft Plus" in den Händen hält, dann muss das Gehirn schon arbeiten, um sich neu zu orientieren.

Mit dem ersten Kapitel springen wir gleich in ein unbekanntes Leben, Es dauert nicht lange, da ziehen sich meine Mundwinkel nach oben. Männer werden aufs Korn genommen, dann Frauen, dann kommt alles auf den Hund und Gott schaltet sich ein, dicht gefolgt Buddaline und immer wieder Christine, die eigentlich nur Korrekturlesen soll. Sie schaltet sich ungefragt dazwischen. So entstehen witzige Dialoge im und außerhalb des Buches. Sehr verwirrend? Nein, mitnichten, der Leser erkennt, wer gerade einen Ein-oder Auswurf erzeugt und alles ist kontextgebunden. Ich wünschte ich hätte auch noch meinen Senf dazu geben können. Als Läufer mag ich keine Hunde und noch weniger Hundebesitzer, die den ganzen Weg ausfüllen. Ich hätte mich auf die Seite der Chinesen geschlagen und Argumente für "Jeder Dackel passt in einen Topf" gegeben. Zum Glück ist das nicht möglich. Zurück zum Buch, also die Geschichte und die Hunde sind eigentlich reine Nebensache in dem Buch. Viel wichtiger ist, was wir aus den Dialogen lernen. Da steckt Wissen drin, welches wir in der Schule nicht beigebracht bekommen. Wie benutzt man Tinder zum Beispiel. Antwort: Gar nicht. Was ist die Fantasie des Mannes? Antwort: Die beste Waffe einer Frau. Lohnt es sich Mitglied im MHC zu sein? Antwort: Es kommt darauf an, ob man ein Bord-WC und einen Sitz in der Businessclass als erotisch empfindet.

Wer solchen Humor erkennt und mag, ist hier richtig. Alle anderen können das Buch natürlich trotzdem kaufen und damit die Autoren unterstützen. Schließlich schreiben sie nicht nur dummes Zeug, sondern machen ebenso erfolglose Musik, um es mit den Worten der Künstler zu beschreiben.

Ich selbst habe mir auch die angehört, und finde es schade, dass es bei LovelyBooks nicht auch noch einen Bereich für Musikbewertungen gibt.

So schlecht ist das Ganze gar nicht. Ich könnte mir durchaus vorstellen, das Album "Vier" bei einem Lauf zu hören.

Gerade in dieser Zeit, wo ich die Rezension schreibe, tut ein Roman gut, der von Charakteren erzählt, die das Leben auf die leichte Schulter nehmen, Dinge akzeptieren, so wie sie sind, oder hemmungslos ausnutzen. Diese Leichtigkeit und den Witz würde ich mir auch bei vielen Rezensionen wünschen.

Jedes Kapitel fängt mit einem Sinnspruch, Merksatz oder berühmten Zitat an, der ganz gut umreißt, was einen als Leser erwartet. Manager brauchen also nur den Satz zu lesen und können dann die Details überblätten und gleich eine Bewertung abgeben.

Möglicherweise werden Manager stutzig in Kapitel 38, wenn da steht, dass jeder Satz tiefgründig erscheint, wenn man den Namen eines Philosophen dahinter schreibt.". Dann fangen klevere Manager an zu lesen oder klappen das Buch verärgert zu.

Ist Euch eigentlich aufgefallen, dass das Buch 42 Seiten Kapitel hat. Das ist doch Absicht. Die Autoren sind mit Sicherheit Fans von "Per Anhalter durch die Galaxis" mit einem ähnlich schrägem Humor.

Also jetzt wisst Ihr, was Euch in dem Buch erwartet und werdet überrascht sein, wenn es ganz anders kommt.

Dienstag, 15. Dezember 2020

Parallel von Win Köller

In verschiedenen Realitäten leben und fliehen

Jetzt wird mir einiges klar. Ich hatte dieses Buch mehrmals angefragt, aber es nicht bekommen. Es wurde scheinbar stets an mein ICH in einer anderen Realität versendet. Erst als ich mich bei der Behörde UBI beschwerte, kam der Stein ins Rollen. Der Leiter der Behörde "Win Köller" hat sich persönlich gekümmert und mir das Buch durch einen seiner Mitarbeiter überreicht. Dieser stand plötzlich neben mir als ich mich gerade am Kopf kratzte und in meinen leeren Briefkasten starrte. Der Mann im grauen Anzug erzählte mir, dass gerade auch meine ICHs in anderen Realitäten dieses Buch lesen. Ich bedankte mich, und zog mich mit freundlicher Geste und verunsichertem Gesichtsausdruck ins Haus zurück. Ich schaute aus dem Fenster, er war spurlos verschwunden. Ich schüttelte den Kopf über verschiedene Realitäten. Sowas fällt mir nicht im Traum ein. Oder doch? 


Wenn Euch diese Frage genauso bewegt wie mich, dann fangt ihr jetzt an das Buch "Parallel" von Win Köller zu lesen. Ich habe es getan. 

Das Buch hat mir eindrucksvoll bestätigt, dass wir nichts als gegeben hinnehmen müssen. Wir können diese Welt beeinflussen und mit ein wenig Mitgefühl, Kreativität oder Schizophrenie andere Welten beeinflussen. Dafür haben wir ein Kopf, welches mit so einer großen weißen Masse ausgefüllt ist. Wir haben es in der Hand, welche Weichen wir für uns im Leben stellen, welche Traumberufen wir ausfüllen und welche Leben wie retten wollen. 

Das Buch ist recht schnell zu lesen. Es kommt mit sehr wenig Darstellern und Kulissen aus. Das würde eine Verfilmung geradezu günstig machen. Auf der anderen Seite ist es bei manchen Szenen gut, wenn wir sie weiterblättern können. So kotzt ein ICH aus dem Fenster oder setzt sich Spritze. Arrg, da leidet man noch mehr mit, wenn man das auch noch bildlich sehen würde. Außerdem bin ich sicher, dass in euer Realität das Buch wieder ganz andere Bilder im Kopf erzeugt. Somit ist es gut wie ist. Wir können mit der Realität leben, egal wie sie aussieht. 

Eigentlich mag ich keine Bücher mit Zeitreisen. Ich finde das zu weit hergeholt, auch wenn es tatsächlich Schwarze Löcher gibt, wo wir nicht wissen, was dahinter ist oder einzelne Wissenschaftler, die von Paralleluniversen sprechen. Manche zünden sich Räucherkerzen an, um mit Verwandten in der Vergangenheit zu sprechen. Für mich kommt das alles zu realitätsfremd daher, wobei ich mir jetzt nicht mehr sicher bin, ob realitätsfremd der richtige Ausdruck ist. Einigen wir uns auf "eigenartig". Das Buch ist jedenfalls eigenartig und einzigartig. Ich bin so froh, dass ich es bekommen habe. Ob meine anderen ICHs zu dem gleichen Schluss gekommen sind und ob ich irgendwann die Gelegenheit habe, sie zu fragen? Was ich weiß, ist, dass ich keinen Psychiater fragen werde. Der würde keine 5 Sterne vergeben, so wie ich.

Montag, 14. Dezember 2020

Die Träne des Phönix

Rebell gegen Krebell

Leser, die den Autor C. J. Knittel bereits von "Tonkari" kennen, werden in seinem SF Roman "Die Träne des Phönix" Parallelen erkennen können. Der Autor sucht seine menschlichen Gegenspieler offenbar in der Natur. Das sind Rassen, die uns zum Nachdenken bringen oder Grenzen aufzeigen.

Haben wir als Menschheit bereits die wahre Weltanschauung gefunden, oder gäbe es auch gültige fremde Kulturgedanken und Lebensweisen. Detailliert erhalten wir Einblicke in die unterschiedlichen Charaktere, die alle Einfluss auf das Schicksal ihres Volkes nehmen.

Bei Tonkari, einer Fantasy-Buchserie, lebt die Menschheit mit Igelmenschen in einer fiktiven Welt auf Scari. Hier in "Die Träne des Phönix" haben wir es mit einem Insektenvolk zu tun, welches sich auf der Erde breit macht. Sie wollen zwar nicht die gesamte Menschheit vernichten, aber sie für ihre Zwecke nutzen und versklaven. Sie sind der Menschheit technologisch und körperlich überlegen. Mit der Unterstützung von Nicole Wagner - eine menschliche Überläuferin und Hauptfigur des Romans haben sie sogar eine militärische Führung, die die Schwächen der Menschen versteht und auszunutzen weiß. Unzählige Menschenleben gehen auf ihr Konto. Sie spürt, wie sie selbst immer abgebrühter und unmenschlicher wird. Im Gegenzug versteht sie sehr gut das Insektenvolk "Krebell" und weiß, die Annehmlichkeiten zu schätzen. Der einzige Ankerpunkt zu ihrem früheren Leben und ihre damit verbundene Hoffnung ist, irgendwann auf ihren todbringenden Ausflügen ihre versklavte Familie wiederzufinden.

Die Lage der Menschen scheint aussichtslos. Doch es gibt Widerstand. Die Menschheit ist zäh.

Wer wird am Ende die Vorherrschaft über die Erde davontragen? Welche Rasse kann die Erde nachhaltig bewirtschaften und im Gleichgewicht halten? Gibt es Umstände unter denen einer Person wie der Verräterin Nicole vergeben werden kann? Was bedeutet Stärke auf Erde?

Wir Leser lernen im Verlauf der Geschichte, dass Stärke auf der Erde mitnichten bedeutet wie technisch fortgeschritten ein Volk ist.

Herbert Spencer führte einst aus „Wenn […] Individuen einer Species […] notwendig in zahllosen Richtungen und Graden auseinander gehen müssen, […] dann müssen auch unter allen Individuen einige stets weniger als andere der Gefahr ausgesetzt sein, dass ihr Gleichgewicht durch eine besondere einwirkende Kraft […] vollständig zerstört werde. […] Die notwendige Folge wird sein, dass jene Individuen, deren Funktionen am meisten von dem Gleichgewichte mit dem modifizierten Aggregate äusserer Kräfte abweichen, zu Grunde gehen müssen, während dagegen jene fortleben werden, deren Funktionen am ehesten dem Gleichgewicht mit dem abgeänderten Aggregate äußerer Kräfte nahe kommen.“

Sätze, die wir zweimal lesen müssen, um sie zu verstehen. Im Roman hingegen können wir auf unterhaltsame Art und Weise einen Eindruck gewinnen, was "Survival of Fittest" bedeutet.

Meine Frau ruft gerade: "Ihh, eine Spinne". Moment, muss mal eben in Aktion treten... So da bin ich wieder... Wo waren wir? Achja!

Wir sollten unsere Umwelt mit anderen Augen betrachten, nicht versklaven, nicht nur kaltherzig (aus-)nutzen, sondern einen Weg finden, wo die Arten friedlich und befruchtend zusammenleben können.

Was ist die Stärke der Menschheit? Es ist ihre Diversität! Kein Mensch ist gleich und wir alle sind hoch anpassungsfähig. Wenn wir dazu gezwungen werden, können wir mit wenigen Dingen auskommen. Wir können in guten Zeiten jedoch über Stränge schlagen. Ja das tun wir am liebsten. Wir können aber auch immer und jederzeit die Seiten wechseln. Jeder Mensch entwickelt seine eigene Strategie, um zu überleben. Jeder Mensch findet unterschiedliche Sachen oder eben auch Bücher gut. Der eine findet, der andere verliert. Für mich ist dieses Buch eine Erinnerung daran, dass wir die Diversität unserer Welt erhalten müssen, um zu überleben.