Samstag, 14. Dezember 2019

Häschen und Schmetterlinge


Bloß nicht laufen!

Kaum sinken die Temperaturen auf fünf Grad, werden die alten Beiträge vom letzten Jahre reposted.
"Ist laufen bei Frost schädlich?", "Sollte ich bei Kälte laufen?", "10 Tipps bei Laufen im Winter". Ich laufe das ganze Jahr. Es ist weder ungesund noch gefährlich. Wir lesen nur immer gern Beiträge, die uns bestätigen doch lieber inaktiv zu sein. Ein gute Ausrede ist stets willkommen. Ist sie gut? An einem Tag zu laufen, verändert Deinen Tag. Ein ganzes Jahr zu laufen, verändert positiv Dein Leben und verlängert es zudem.
Es ist wie eine Aufwärtsspirale. Je aktiver wird sind, desto leistungsfähiger, desto gesünder, desto wohler fühlen wir uns. Jeder neue Tag wird mit Freude begrüßt (außer es ist Montag).
Ist das Wetter einmal extrem schlecht, hilft gute Kleidung. Echt es gibt Stoffe, die halten angenehm warm und trocken.
Mit jedem Lauf lerne ich neue Strecken kennen, entdecke was eigentlich noch so gibt, dort wo ich arbeite und lebe. Ich sammle Bonusschritte für die Krankenkasse, Sweatcoins, unterhalte mein Run-an-Empire Imperium und sammle Müll (insbesondere gerne Pfand). Dadurch, dass ich raus komme sehe ich mehr "Grün". Das Grün der Natur hebt automatisch die Stimmung, dass (noch) nicht alles schlecht an dieser Welt ist. Es gibt Aussteiger, die so darin aufgehen, dass sie komplett im Grünen wohnen wollen.
Ein Lauf ist wie ein Ausstieg für eine kurze Zeit. Es macht nicht immer Spaß, kostet Überwindung und ist mühsam. Aber danach habe ich neue mentale (nicht köperliche) Energie. Diese reicht aus, um mich nach einem 30km Lauf oder mehr nicht ans Sofa zu fesseln, sondern den Tag bis zum letzten Tageslicht zu nutzen.
Die meisten wollen das nicht lesen. Die wenigsten schaffen es gar nicht bis zu diesem Satz. Wenn Du das hier liest und immer noch dabei bist, hast Du genügend Ausdauer, um heute einen Lauf zu wagen. Alle Ausreden sind frei erfunden. Ähnlichkeiten von Aureden mit bestehenden Ausreden sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Siehe auch:
10kmlauf.blogspot.com - Lauf dicke Sau
m.medicalxpress.com - Women, exercise and longevity
physiology.org - Effects of Aging and Lifelong Aerobic Exercise on Basal and Exercise-Induced Inflammation

Gefangen im Netz der Dinge

Als Otto Walkes seinen Witz einleitete mit "Halloooo" - "Wer ist da?" - "Hallo, ich bin Dein Fön!" ist das Publikum in brüllendes Gelächter ausgebrochen.
Heute ist der sprechende Fön gar nicht mehr so abwegig im Zeitalter des "Internet of Things".

heise.de - Auf dem Pott mit Alexa: Duschkopf und Toilette mit smartem Assistenten

Dinge des Alltags haben oft meist mehr Intelligenz als der Benutzer. Betrachten wir beispielsweise einen Trockner. Der Trockner hat nur eine Start-Funktion. Er erkennt automatisch was für Wäsche und wieviel davon getrocknet werden muss. Er sucht eigenständig ein passendes Programm aus. Wenn er dann fertig ist, benachrichtigt er uns per APP auf dem Smartphone.
Die Maschinen erledigen für uns die schwierigen, ungewünschten Aufgaben und für wir können uns auf die Hilfsarbeiten, das Be- und Entladen konzentrieren.

Die Waschmaschine ist nicht weniger redselig. Ist das Waschmittel für die Dosierautomatik alle nimmt sie per WLAN Kontakt zu uns auf und schlägt das benötigte Waschmittel zum Einkauf vor. Mit ein paar Klicks können wir den Kaufvorgang abschließen.

Kochen können müssen wir übrigens auch nicht mehr, dank dem intelligenten Kochtopf. Wie lange müssen noch einmal Kartoffeln kochen? Auf welche Stufe muss ich den Herd einstellen? Ganz egal, einfach rein in de Topf, den Rest erledigt der Topf ganz effizient von alleine. Dieser misst den Druck im Topf und reguliert bei Bedarf den Herd und schaltet sich rechtzeitig ab, um die Restwärme zu nutzen. Dann werden wir an den Herd gerufen. Und wehe wir kommen zu spät.

Das alles gibt uns mehr Zeit sportlichen Aktivitäten nachzugehen. Während zu Hause rege Kommunikation zwischen unseren Dingen herrscht, können wir das Treiben einfach hinter uns lassen. Ich schlage die Tür hinter uns zu und gehe eine Runde laufen.
Unterwegs stelle ich ein zartes Vibrieren meiner Sportuhr fest. Es erinnert mich daran, wie die Technisierung meines Alltags begann.