Donnerstag, 6. Mai 2021

Die Schule der magischen Tiere 09: Versteinert! von Margit Auer

Ein neuer Wettbewerb steht an der Wintersteinschule an. Die Schüler von Miss Cornfield sind mächtig aufgeregt.
Eine Erfindung steht an, was das Streifenhörnchen Leonardo veranlasst, seine Meinung dazu zu äußern. Er bekommt die Nüsse nicht geknackt. Also wollen die Kinder eine Knackmaschine bauen.
Die Arbeit geht voran, doch bei einem Alleingang der magischen Tiere passiert etwas Unerwartetes. Henrietta, Rabbat, Cooper und all die anderen magischen Tiere sind plötzlich versteinert.
Die Klasse von Miss Cornfield ist verzweifelt, ihre armen Freunde bewegen sich nicht mehr. Nun ist Mister Morrison gefragt, er weiß bestimmt Rat. Doch leider fällt ihm auf die Schnelle auch nichts ein.

Was für ein magisches Abenteuer, der neunte Band hat es in sich. Die Versteinerung der Tiere ist ungewöhnlich und zerrt an den Nerven der Schüler.
Diesmal gibt es keinen Streit untereinander, selbst Helene ist gar nicht zickig.
Der Zusammenhalt des Klasse ist ein gutes Vorbild für junge Leser.
Durch diese Geschichte können sie viel lernen.
Wieder wird das Buch begleitet von passenden Zeichnungen von Nina Dulleck. Dadurch wirkt alles sehr lebendig.

Bisher war ich die Anwesenheit der Tiere sehr gewöhnt. Hier ist die Geschichte mal ohne deren ständige Teilnahme geschrieben. Mir hat es gefallen, dadurch standen die Kinder mehr im Mittelpunkt.
Es freut mich, dass noch 2 Bände auf mich warten. Margit Auer ist eine fleißige Autorin.

Montag, 3. Mai 2021

Die Schule der magischen Tiere – Endlich Ferien 1: Rabbat und Ida von Margit Auer

Die Bücher "Endlich Ferien" aus der Reihe "Schule der magischen Tiere" muss man nicht zwingend von Anfang an lesen.
"Rabbat und Ida" sind der erste Teil.
Ich habe diese Bücher durcheinander gelesen, sie bilden keine fortlaufendene Geschichte.

Endlich Ferien rufen Rabbat und Ida, die Reise geht nach Italien ins schöne Hotel Azzuro. Der Fuchs möchte im Meer baden und immer an der Seite seiner lieben Freundin sein. Ida möchte viel Spaß haben in diesem Urlaub.
Zunächst ist das Hotel enttäuschend. Dann setzen sich Idas Eltern an den Tisch einer Familie. Deren Sohn ist Ida nicht sympathisch, er ist seltsam, sie mag nicht mit ihm spielen.
Als Dinge im Hotel verschwinden, entwickelt sich der Junge zu einem Detektiv. Ida stellt fest, so blöd ist der doch nicht. Schnell versteht sie sich dich gut mit Paul-Anton.
Der Urlaub wird lustig und von den beiden Kindern wird eine gute Spürnase gefordert.

Dank dem Fuchs Rabbat wird die Geschichte sehr interessant. Er sorgt für Aufregung und spornt Ida an.
Das Abenteuer im Hotel Azzuro wird schnell sehr rätselhaft. Ich hatte befürchtet, Ida liegt nur im Sand am Meer und lässt die Seele baumeln. Doch es kommt völlig unerwartet zu einem kniffligen Fall.
Ida und Paul-Anton bieten eine amüsante und spannende Suche nach dem Dieb, der dem Personal Dinge entwendet hat.

Die Bilder im Buch bieten einen schönen Blickfang während des Lesens.
Die Schule der magischen Tiere garantiert einen bunten Lesespaß. Die Idee mit den sprechenden Tieren ist toll. Die Kunst zu versteinern, wenn eine Person anwesend ist, die nicht zu Miss Cornfields Klasse gehört, ist genial. Zum Glück fällt der Autorin immer wieder was Neues ein, so wird es hoffentlich noch viele Bücher der Reihe geben.

Gugelhupf mit Erdmandelmehl

 



Lächeln gefunden von Sophie Schoenwald

Schaut man das Cover an von "Lächeln gefunden", lächelt man nicht, nein, man strahlt über das ganze Gesicht.
Herzallerliebst sehen Bär, Hase und Igel aus. Ich grinse oft, wenn ich das Buch betrachte.
Es hat ein gutes Format, das Buch liegt gut in der Hand. Die Schrift ist groß genug, damit auch kleine Leser ihre Freude daran haben.

Kurz etwas zum Inhalt:
Bär ist aus dem Winterschlaf erwacht. Müde tappt er über die Wiese zu einem Teich.
Dort erblickt er ein Lächeln. Wem gehört es, denkt Bär. Ihm bestimmt nicht.
Also macht sich Bär im Wald auf die Suche nach dem Besitzer.
Zunächst sind die anderen Tiere verwundert, so ein schönes Lächeln gehört ihnen nicht.
Bär sucht weiter und findet eine wundervolle Erkenntnis.

Dieses Buch ist einfach bezaubernd. Es schafft eine erstaunliche Freude und ein breites Lächeln. Zum Vorlesen ist es bestens geeignet. Die hübschen Bilder bieten Abwechslung und man entdeckt immer was Neues.
Ein Lächeln kann mal immer wieder verschenken, es kommt zu einem zurück.
Wenn man anderen etwas Gutes tut, wird man dafür belohnt. Durch Bär lernt ein Kind, dass es wichtig ist auch mal was abzugeben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten.
Das Buch ist sehr niedlich verfasst, jede Seite verbreitet ein Lächeln.
Es eignet sich hervorragend als Gute Nacht Geschichte. Durch die bunten Bilder macht es doppelt Freude. Ich bin voller Begeisterung und mag gar nicht aufhören zu lächeln.

Die Botschaft vom Buch ist einfach erklärt und schnell verstanden, bitte Lächeln.

Lisdor Academy: Erben der Verbannten von Lara Kessing

Element wichtige Erkenntnisse

Vievienne bekommt die Chance im Namen aller Verbannten, sich auf der Lisdor Academy, der Schule für besondere Kräfte, zu beweisen. Bewährt sie sich während der Schulzeit, sind die Elementare bereit, vergangene Taten der Verbannten auszublenden. Elementare sind so etwas wie Meister, die bestimmte Elemente wie Wasser, Feuer, Luft und Erde perfekt beherrschen können.

Vievienne wird vorgewarnt von ihren verbannten Eltern, dass sie sicherlich mit der Vergangenheit der Verbannten konfrontiert würde und sie vieles einfach ignorieren solle. Nichts zu wissen, wäre weise. Die Academy könnte sich als Höhle des Löwen herausstellen.

Nach anfänglicher Eingewöhnung an der Schule findet sie einen Zettel an ihren Spint: "Vertraue niemandem". Möglicherweise könnte Vievienne den mysteriösen Spiegel im Keller befragen, aber es ist nicht erlaubt, den Raum zu betreten und er wird durch alle Elementen geschützt. Doch eines Tags oder Nachts ist er trotzdem weg. Der von Elementargeistern geschaffene Spiegel entscheidet normalerweise, wer aus den Jahrgängen in den Rat aufgenommen wird. Mit dem Verschwinden vom Spiegel ist nun guter Rat teuer.

Es ist schon eine Gabe, Elemente zu beherrschen. Stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob es etwas ändert am gesellschaftlichen Zusammenleben, wenn wir wissen, wer welche und wie viele Elemente beherrscht. Ich weiß nur, mein Nachbar beherrscht Rauch und Lärm. Ich beherrsche mich und das Chaos.

Was mir am Buch gefallen hat, war die Erkenntnis, dass es vor allem Fantasie braucht, um Elemente zu beherrschen. Wie wahr, Fantasie hilft, Grenzen zu überwinden und Dinge zu sehen/verstehen, die eigentlich nicht sein können. Fantasie ist etwas anderes als Lügen und Intrigen, die auch in dem Buch vorkommen. Lehrreich ist die Geschichte gerade für Jugendliche, um besser zwischen den beiden Welten unterscheiden zu können. Beim Arzt sollte wir allerdings weniger fantasieren.

Für mich hat das Buch viele Elemente aus der Harry Potter Reihe: Kind aus nicht überall beliebter Abstammung, mit großem Talent, muss aber noch lernen und sich beweisen. Daneben Fürsprecher, Gegenspieler, Freunde, Geheimnisse, Duelle, Verbote und dunkle Machenschaften. Neu ist, dass es jemanden gibt, der mehr weiß und Vievienne von Zeit zu Zeit Nachrichten zukommen lässt. Diese tragen dazu bei, dass Vievienne sich verzettelt. Und das ist ein zweites elementwichtiges Lehrthema: welchen Nachrichten können wir heutzutage vertrauen?

In dem Roman gibt es viele gesellschaftliche Überlieferungen und nur wenige Menschen haben die Weitsicht, Gebote zu hinterfragen. In unserer Welt muss nicht alles so sein, wie wir es gewohnt sind. Unsere Welt ist komplex und doch ist alles geregelt - nicht immer von uns, nicht immer logisch. Manches passiert auf magische Weise. Der fiktive Roman ermutigt den Blick für alle Elemente zu schärfen, die wir kennen und die, die wir nicht kennen. Dabei können wir voneinander lernen. Jeder hat eine andere Erfahrung, ein anderes Talent und einen anderen Beweggrund. Doch im Grunde hat jeder die ein dieselbe Welt. Nur, was wir als wahr betrachten, ist lediglich Wahrnehmung. Aus meiner Wahrnehmung resultiert auch meine sehr positive Bewertung für das Buch.

Sonntag, 2. Mai 2021

Bittere Schokolade Ein kulinarischer Krimi Xavier Kieffer ermittelt von Tom Hillenbrand

Was wie ein gemütliches Buch über Essen und Schokolade beginnt, entwickelt sich zu einem brisanten Wirtschaftskrimi.

Der Luxemburger Koch Xavier Kieffer bewirtschaftet sein eigenes Restaurant "Deux Eglises". Er bietet Luxemburger Spezialitäten an, die bei den Einheimischen sehr gut ankommen. Seine mäßig ausgeprägte Experimentierfreudigkeit mögen die Gäste sehr.
Als seine Jugendliebe Ketti Faber sich nach Jahren bei ihm meldet, ist die Freude nicht besonders groß. An seine Pariser Jugendzeit erinnert sich Xavier ungern zurück.
Eine Zeit voller Alkohol, durchzechter Nächte und ungesunder Ernährung.
Die Einladung in ihre neue Schokoladenmanufaktur kann er allerdings nicht ausschlagen.
Kurz danach wird Ketti ermordet und der Koch beginnt zu ermitteln.
Die Schokoladenproduktion mit dem Hauptprodukt Kakao eröffnet ihm eine  ungeheuerliche Wahrheit.
Xavier ist entsetzt, was er bei seinen Recherchen herausfindet. Er kommt einem Verbrechen auf die Spur, welches nicht nur sein Leben in Gefahr bringt, auch seine Freundin Valerie wird mit hinein gezogen.
Der Koch muss sich entscheiden, aufhören und klein beigeben, oder tiefer graben und die Wahrheit publik machen.

Ein hochspannendes Szenario nimmt seinen Lauf. Das locker zu lesende Buch wird zu einem dramatischen Krimi. Was der Autor recherchiert hat ist eine unglaubliche, aber wahre Geschichte die mit Kakao zu hat. Die Anbau Methoden sind schier menschenunwürdig. Da bleibt einem die Schokolade im Hals stecken.
Besser Fairtrade und Bio in einem Geschäft seines Vertrauens kaufen.

Die Geschichte baut sich langsam auf und bildet einen sehr spannenden Verlauf.
Für meinen Geschmack zu viel Alkohol und Zigaretten. Xavier und Pekka haben trotzdem meine Sympathie erlangt.
Der Humor ist spitze, der Autor schafft eine sehr gute Balance.
Mein Erstlingswerk von Tom Hillenbrand war "Monty Crypto", dadurch bin ich neugierig geworden und wurde nicht enttäuscht.

Samstag, 1. Mai 2021

Countdown zum Untergang von Michael Hirtzy

Zwischenspiel zwischen Abgrund und was auch immer

Der zweite Band "Countdown zum Untergang" beginnt mit einem Anschlag auf dem Berliner Flughafen. 4.785 Menschen waren hierbei gestorben. Wobei ein Bekennerschreiben gab es nicht wirklich. Es werden allerlei Vermutungen angestellt, doch wird den verantwortlichen Ermittlern klar, dass eine österreichische Firma namens Fastlane mutmaßlich dahinter stecke. Warum diese ausgerechnet? Es gab bereits einen ersten Band der dreiteiligen Buchreihe. In diesem wurden die Firma Fastlane, die Nanotechnologie und die Hauptfiguren eingeführt. Da ich diesen ersten Band nicht gelesen habe, fehlt mir ein wenig Vorgeschichte, die sich auch nicht mehr im zweiten Band erschließt. Daher ist ein Quereinstieg eigentlich nicht zu empfehlen.

Das Unternehmen Fastlane hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Wien eine der modernsten Städte der Welt wurde. Dies war insbesondere durch die innovative Versorgung und Logistik möglich. Fastlane ist ein Technologiekonzern mit einem Nano-Technologie-Produkt namens Ancos. Dieses Nano-Servicenetzwerk erstreckt sich über Kanalisationstunnel. Es steuert Nano-Maschinen und macht sich unbemerkt selbstständig. Keiner hat bemerkt, dass es außer Kontrolle handelt. Nichts ist dümmer, als ein Schwarm intelligenter Menschen, steht passend dazu in einer Randnotiz. Regelmäßig lese ich in dem Buch diese auflockernden "Randnotizen" von Ancos, der seine Existenz erlebt oder von Mitarbeitern von Fastlane oder von anderen Personen. Hierdurch wird ein interessanter Perspektivenwechsel erzielt, wie Einzelpersonen die Lage einschätzen und erklären.

Die Informationen zu den Umständen der Katastrophe und weitere damit verbundene Todesfälle bekommt der Leser bruchstückmäßig mit jedem weiteren Kapitel mit. Die Buchseiten mit den Kapitelüberschriften sind ansprechend gestaltet. Es sind Leiterbahnen.

Nano-Maschinen kenne ich mit maximal 5 bis 10 Mikrometern. Es ist sicherlich nicht so gemeint, dass diese sich zu meterhohen Hindernissen auftürmen, sondern andere Nicht-Nano-Maschinen dazu benutzen. Das geht mir nicht klar genug aus dem Buch hervor.

Das Naheliegendste ist, Ancos zu isolieren, aber das Netzwerk hat Schutzmechanismen. Ein Schutz ist, dass es weltweit eingesetzt wird und zur Versorgung der Bevölkerung beiträgt. Es ist quasi systemrelevant. Möglicherweise wertet Ancos einen Eingriff als kriegerischen oder terroristischen Akt und es gibt wieder eine Katastrophe.

Ich erinnere mich an das Statement zu Beginn des Buches. Oberst Leutnant Roland Möller drückte es ungefähr so aus: Sie saßen auf dem Donnerbalken und ihnen flog die Scheiße um die Ohren. Das Wort "Scheiße" wird in der Tat auch im Handlungsverlauf öfter ausgerufen. Ein wenig mehr Wortgewandtheit bei Flüchen, wie in Bayern, wäre wünschenswert.

Es dauert gut 100 Seiten bis es richtig spannend wird. 230 Seiten sind es ja insgesamt. Es gibt verschiedene Gruppen, die sich dem Problem auf unterschiedliche Weise annähern. Die Kapitel erzählen wechselweise die Wahrnehmungen und Erlebnisse. Das macht den Roman sehr lebendig und authentisch. Es ist kein Roman zum Abschalten - nein das mag das intelligente System gar nicht. Es ist eine Existenz und diese will es bzw. er behalten. Nein, nicht nur erhalten, sondern verbessern und vermehren. Die Menschheit stellt sich auf einen Kampf ein. Unbegrenztes Wachstum klingt nach einem Tumor. Radikale Maßnahmen müssen ergriffen werden. Doch wie bekämpft man Nano-Maschinen. Es sind unzählige. So viele dürften es gar nicht sein. Wo kommen sie her? Das System ist wie eine Hydra: schlägt man einen Kopf ab, sind bereits zwei neue gewachsen. Der Countdown zum Untergang läuft. Aber wessen Untergang? Es sind zwei ungleiche Gegner, möglicherweise auch mehr.

Der Teil 2 heißt "Bilder einer Apokalypse", aber Bilder kommen gar nicht vor, außer dem "Bild aufhängen"-Beispiel, was erklärt, was Menschen bei der Aktion denken und was Ancos weiß und wie er vorgeht bezüglich der Aufgabe. Es ist wie in dem Film "Wall-E", wo der Roboter eine Aufgabe hat und diese mit vollem Einsatz durchführt, egal was vorher und nachher passiert. Es ist unerheblich.

Das Buch bringt es für mich auf vier Sterne, weil mir das gewisse I-Tüpfelchen fehlt, welches das Buch in irgendeiner Weise auszeichnen und sich in mein Gedächtnis brennen würde. Es liest sich schnell, knüpft an ein interessantes Thema an und ist unterhaltsam. Möglicherweise ist das I-Tüpfelchen im dritten Band. Dann jedoch frage ich mich, ob es den zweiten braucht und die Leser nicht lieber den ersten und dann den dritten lesen. Aber nein, das würde die Nano-Technologie in den Wahnsinn treiben, wenn sie das nicht schon ist. Ancos und möglicherweise der Autor würden sich wünschen, dass wir Menschen uns analysierbar verhalten. Also alle guten Dinge sind drei.