Samstag, 6. Oktober 2018

In Nahrung und Getränken stecken jede Menge Zuckerwürfel

Wir alle kennen die Produkte. Wieviel Zucker steckt drin? Die folgende Webseite zeigt die Anzahl der Zuckerwürfel im Bild an.
dreamteamfitness.de - Wieviel Zucker steckt drin?
Das ist sicherlich verständlicher für den Verbraucher als Grammangaben.

Siehe auch:
runtastic.com - Die Wahrheit über Zucker und Fett: Finde heraus, was schädlicher ist!

Drei Tage nach Marathon

"There were days when I didn't know if I could run a marathon. 
There will be a lifetime knowing that I have."

Heute habe ich einen langsamen Lauf von insgesamt 6 Kilometern gemacht. 41 Kilometer bin ich ganz langsam auf dem Hometrainer unterwegs gewesen.
Beide Oberschenkel haben sehr starken Muskelkater. Beim Laufen tat jeder Schritt weh. Doch nach dem Lauf fühlten sie sich nicht mehr so hart an und ich interpretiere dies, dass der Lauf eher geholfen als geschadet hat. Es wird vermutlich noch drei Tage dauern bis ich wieder in der normalen Geschwindigkeit laufen kann.

Mein Körpergewicht habe ich durch den Marathonlauf nicht nach unten korrigiert. Zuviele Kalorien habe ich offenbar unterwegs aufgenommen.

Drei Tage nach dem Marathon grübele ich darüber nach, was ich für die nächsten Wettkämpfe gelernt habe. Folgende Erkenntnisse möchte ich für mich festhalten:
  • Bisher kann ich sagen, dass jeder Marathon erhebliche Einschränkungen an den Tagen danach mit sich bringt. Es ist es wert. Ich glaube, dass ich 10 km kürzere Strecken deutlich besser vertrage und sollte mir Wettkämpfe aussuchen mit kleiner gleich 30 km.
  • Längere Distanzen im Training helfen durchaus auch bei Wettkampfzielen mit erheblich kürzeren Distanzen. "Auf allen Distanzen gute Leistungen zu erbringen, ist schwer", meint Runners World. Ich finde alle Distanzen bis auf die Marathondistanz ergänzen und vertragen sich sehr gut.
  • Marathon-Medaillen sind schon hochwertiger, schön und größer als die bei Volksläufen. Sie sind spektakuläre Erinnerungsstücke in meiner Sammlung. Wenn ich nicht den zweiten Gesamtplatz gemacht hätte, dann hätte ich keine Medaille bekommen. Nur eine Urkunde finde ich als Erinnerung zu wenig.
  • Laufe keinen Marathon mit nennenswerten Steigungen. Die Distanz ist schon ohne fordernd genug.
  • Die längere Vorbereitung auf den Marathon hatte spürbare Effekte, höhere Durchschnittsgeschwindigkeit und weniger Müdigkeit nach dem Marathon. Bis auf den Muskelkater hatte ich keine weiteren Verletzungen davon getragen.
  • Auf Erdnuss Gel von Powergel am Verpflegungspunkt werde ich verzichten. Es enthält einen Haufen Salz und Zucker. Das hatte mir beim Lauf nichts gebracht. Zwei Müsliriegel hatte ich mit, aber nur einen gebraucht. Magnesium und Calcium wäre gut gewesen, wenn ich es dabei gehabt hätte.
  • Marathon lässt sich auch gut ohne anfeuernde Zuschauer laufen. Die wechselnde Landschaft am Wegesrand sorgt für Abwechslung.
  • Kollisionen kann es auch bei kleineren Starterfeld geben, doch die Anzahl der Gedankenlosen ist bei kleinen Läufen geringer als bei einem Citymarathon. Es läuft sich entspannter als bei einem Citymarathon. 
  • Der Vorteil an einem Rundenlauf ist, dass man genauer Einschätzen kann, welche Anstiege, Abbiegungen und Verpflegungspunkte es in der nächsten Runde gibt.
  • 4:45 min/km wäre bei meinem jetzigen Trainingsstand für den vollen Marathon drin, was 3:20 entspräche. Ich glaube nicht, dass mich die eine Minute gegenüber meiner Bestzeit glücklich machen würde.

Donnerstag, 4. Oktober 2018

Mittwoch, 3. Oktober 2018

Tempel Marathon 2018 (Etsdorf)

"Finishing a marathon is a state of mind that says anything is possible." 

Hmm, das hat vermutlich jemand gesagt, der beim Marathon noch nicht gelitten hat. Jedenfalls komme ich zu der Erkenntnis, dass das schnelle Marathonlaufen und Steigerungen möglich sind, aber Grenzen existieren. Da kann der State of mind denken was er will. Einen schnellen Marathon steckt ein Läufer nicht so einfach weg und egal was der Kopf sagt, die Beine haben ein entscheidendes Wörtchen mitzureden. Wer den Bogen überspannt, dem droht eine ungeplante Auszeit.

Am 3.10.2018 ging es los. Die Anreise nach Rangersgaß 21 in  92272 Freudenberg
und die Parkplatzsuche dort gestaltete sich einfach. Es gab Lotsen, die die Fahrzeuge der Reihe nach einwiesen. Die Anmeldung für den Marathon verlief unkompliziert. Es gabe sogar einen Starterbeutel mit Trinkflasche und T-Shirt.
Die Veranstaltung hat ein gutes Händchen mit den Sponsoren. Die Kuchen werden gestiftet, die Medaillien und das T-Shirt wird gesponsort und wer weiß was sonst noch. Das resultiert in extrem geringen Startgebühren von 25,00 €.

Start war um 10 Uhr. Doch zuvor mussten alle Läufer auf einen Berg gefahren werden. Es war regnerisch, kalt und zugig dort. 
Es ist kalt und regnerisch

Es ist immer noch kalt und zudem zugig




Wir waren alle froh, dass es losging. Die Strecke verlief direkt den Berg herunter und ermöglichte mir ein unfreiwillig hohes Tempo. Im ernst kein Mensch sollte mit 3:38 min/km den Berg herunter düsen. Aber den Schwung auszunutzen wäre auch ein fataler Fehler. Der anfängliche Anschub verschob allerdings mein geplantes Tempo von 4:45 min/km. 4:45 min/km hätte sich nach dem Sprint zu Beginn  unhaltbar langsam angefühlt. Also ging es mit 4:10 min/km auf den ersten zehn Kilometer weiter. 



Der Körper wollte nach der langen Wartezeit auf diesen Lauf zügig angehen. Ich wusste, dass das nicht gut gehen kann und trotzdem wusste ich, dass ich beste Chancen hatte, es heute schneller angehen zu lassen. Nur wie schnell, das wusste ich nicht. 

Die zweiten 10km wurden daher in 4:19 min/km abgespult. Nach zwanzig Kilometer entschied ich, dass selbst wenn ich im späteren Verlauf auf 4:45 min/km zurückfalle, dann ist doch alles im grünen Bereich.



Zwischen Kilometer 25 und 26 fingen meine Waden an Schmerzsignale auszusenden. 
Die Pace sank auf 4:42 min/km.

Oh ich musste vorsichtig, dass ich keinen Krampf bekam. Ich stopfte alles mögliche in mich hinein, was Magnesium und Kalzium enthalten könnte: Iso-drinks, Bananen und ein widerliches Erdnussgel, welches mir beinahe Hustenreiz beschert hat. Dann passierte eine beinahe Kollison. Ich lief hinter einem Radfahrer und einer Läuferin her. Plötzlich fiel dem Fahrer ein, dass er mitten auf dem Weg anhielt. Das Bremsmanöver wurde mit zwei Stichen in den Waden abgestraft. Auf der letzten Runde meldeten sich permanent beide Oberschenkel. 



Der Rundkurs hat eine Länge von ca. 9,3 km und knapp eine solche stand noch aus.


Die restlichen Kilometer 8 km wurden durchschnittlich in 4:56 min/km absolviert.

Die Oberschenkelschmerzen hatten einen Vorteil, dass die Waden eigentlich nicht mehr zählten. Die Oberschenkel taten sind echt schwer mit jeder Steigung von denen es auf der Strecke zahlreiche zu bewältigen gab. Abschüssige Strecken waren auch mit Vorsicht zu genießen. Ich reduzierte weiter das Tempo, um bloss nichts zu riskieren. Ich lag eh schon weit unter Plan und ich konnte es das Ergebnis nur versauen.

Das führte dazu, dass mich ein 13 Jahre jüngerer Teilnehmer überholte und mich den ersten Platz kostete. 

Seine Startnummer war gelb anstelle des Farbcodes grün für alle anderen Marathon-Teilnehmer. Trotzdem lief er den Marathon, was somit für andere Teilnehmer nicht erkennbar war.
02:51:32 war die offizielle handgestoppte Zielzeit. 26 Sekunden hinter dem Ersten.

Im Rennen hatte ich meine Platzierung nicht gewusst, denn der Moderator hatte bei keiner Runde etwas gesagt. Noch nicht einmal die Zwischenzeit wurde ausgerufen. Bei jedem, der ins Ziel einlief fragte er, ob er schon fertig ist. Der Veranstalter hatte keine Möglichkeit zu überprüfen, ob die Teilnehmer ehrlich waren. Es gab viele Stellen, wo jemand abbiegen konnte und sich eine ein paar Kilometer sparte. Vermutlich hat dies keiner getan, aber mir gefällt das nicht. Es gibt genügend Sportler, die Doping für eine Tugend halten und Abkürzungen traue ich diesen Zeitgenossen ungesehen zu. Bei dieser kleinen Veranstaltung ging vermutlich alles mit Rechten Dingen zu. Meine Frau berichtete nur dass es eine Läuferin gab, die auch die Strecke gelaufen ist ohne Startgebühren. Nun, es sind öffentliche Wege, jeder kann laufen, wo er will, somit war dies kein rechtlicher Verstoß.

Zum Schluss gab ich noch einmal einen kurzen Endspurt, denn das Ziel war greifbar nahe. Auf den Videos sieht mein Lauf schrecklich langsam aus, was er nun wirklich nicht war.



4:30 min/km über angeblich 38,5 km (4 Runden) war eine Leistung, die ich nicht für möglich gehalten hätte. Jetzt kam es darauf an, gut zu regenerieren. Meine Lust am Wochenende noch einmal an einem Wettkampf teilzunehmen geht gegen Null.

Zu Hause haben wir eine Nudelparty gemacht. Eigentlich wollten wir günstig Essen gehen, aber am Feiertag entpuppte sich das als unlösbare Aufgabe bei den zwei Restaurants, die wir auf der Strecke hatten.

Zusammenfassend kann ich sagen, es ist eine wertige Veranstaltung. Der Moderator hat seine Schwächen, er verteilt Pokale nicht an die, die ihn erhalten sollten, sondern an die die schon ein einen haben. Keiner beschwert sich komischerweise. Streckenweise lief ich ganz allein. Eigentlich sind nur in den Dörfern Zuschauer. Es gab keine Stimmungsnester und auch keine gescheite Moderation. Zum Glück brauche ich das nicht auf den zum Teil windigen Streckenabschnitten. Der Kopf ist das kleinste Problem, der will eher tendenziell mehr erreichen.

Die Siegerehrung fand um ca. 15 Uhr Uhr im TEMPEL MUSEUM Etsdorf statt. Die Siegerehrung hat sich nicht wirklich gelohnt. Es gab für mich eine verkratzte Medaillie für den 2. Gesamtplatz. 1. Platz in der Alterklassenwertung. Nun, es waren auch nur 11 Marathonläufer und drei Marathonläuferinnen auf der Strecke. Der Rest waren Räder, HM- und Staffelläufer.

Die Zielverpflegung bestand aus Bier, Apfelsaft, Wasser, Bananen, Äpfel, Kuchen.
Ansonsten gab es einen Gyros mit Sauerkraut (6€) oder eine Bratwurst (1€). Kaum zu fassen, aber ich hatte keine Lust, sowas zu essen.
Das Museum ist eher klein und übersichtlich und lebt von Spenden und Steuergeldern.

Der Tempel-Marathon findet nur alle zwei Jahre statt. Nun, ich werde bestimmt nicht zum Wiederholungstäter. Es gibt dann bestimmt wieder andere Läufe, die ich bevorzuge. Vermutlich wechsele ich nun wieder auf die 10km oder HM Strecke. Beim Marathon habe ich alles erreicht.


“If you focus on what you left behind, you will never be able to see what lies ahead.”
Chef Gusteau, ‘Ratatouille’