Montag, 25. Dezember 2017

Ökologisch und ökonomisch reisen

Jeden Tag fahre ich hundert Kilometer bis zur Arbeit mit dem Auto. Ab und zu braust ein Zug vorbei, schneller als ich. Frechheit! Tja, aber wie Hase und Igel bin ich trotzem schneller am Ziel. Da die Zugpassagiere erst vom Hauptbahnhof wegkommen müssen, während ich nur vom Parkhaus ins Werk traben muss.
Trotzdem mag die Bahnreise zwar umständlicher, aber letztlich effizienter sein - in Bezug auf das Portemonnaie, unter Zeitausnutzung und für die Natur. Das ist schnell erklärt.
Fangen wir beim Geld an. Allein an Spritkosten brauche ich:
SpritpreisVerbrauchHin- und RückfahrtArbeitstage pro JahrSpritkosten pro Jahr
1,60 €/l6 l/100km2250 Tage/Jahr=4.800 €/Jahr
Eine Bahncard 100 kostet 395 im Monat für die zweite Klasse, das sind 4.270 €/Jahr. Die erste Klasse gibt es für 639 €/Monat, das sind 7.225 € /Jahr. Letzteren Betrag lehnen Sparfüchse und Normalverdiener wohl eher ab. Die zweite Klasse ist auf den ersten Blick hingegen interessant. Wenn wir jetzt noch den Wertverlust fürs Auto, Wartung, Reifen, Wagenwäsche, Verbandskasten, Steuern, Versicherung, Unfallkosten etc. hinzurechnen, dann ist das Auto rein rechnerisch extrem teuer.
Im Zug kann ich mich beschäftigen, etwas lesen, etwas überlegen, oder abschalten und einfach mal nichts machen. Vielleicht lernt der eine oder andere auch einen Leidensgenossen kennen und es geben sich nette Unterhaltungen.
Na ja und wie sieht es die Umwelt. Der Energiebedarf eines Passagiers, der 100 Kilometer mit der Bahn fährt, inklusive aller Nebenkosten (beispielsweise Beleuchtung der Bahnhöfe, Instandhaltung der Schienen) liegt bei 3,9 Litern Benzin. Das schaffen wir nur mit kleinen Autos und alternativen Antrieben und Fahrern, die besonders spritsparend reisen. Noch ein Punkt für die Bahn - Mist.
Aber fahren macht Spass! Zumindest, wenn wir stolzer Besitzer eines neuen deutschen Autos sind. Wären da nicht die lästigen anderen Autofahrer (Drängler, Linksfahrer, Draufgänger, Nicht-in-den-Rückspiegel-Schauer, Besoffenen, Blinkmuffel, Verkehrsanfänger, Punktesammler etc.), wäre es das reinste Vergnügen. Nun, wir fahren auch nicht nur zur Arbeit, sondern auch in unserer Freizeit. Und da brauchen wir eine gewisse Mobilität. Also, ein Auto in der Familie muss in der Regel da sein. Aber könnte ein Ehepartner auf ein Auto verzichten? Eventuell bräuchte nicht Jeder ein eigenes Auto, wenn es eine gescheite Bahnverbindung gäbe.

Siehe auch:
bahndampf.de - Bahncard-100
ninjajournalist.com - Commuters caught by camera

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