Sonntag, 11. Juli 2021

Bestes Bio 2022

Und wieder bin ich dabei als Tester für "Bestes Bio 2022". Die Produkte konnte ich nicht aussuchen, sondern wurden für mich zusammengestellt. Manches würde ich nie kaufen.

Der Joghurt wurde sogar gekühlt verschickt. Das Kühlpaket kann ich sogar wiederverwenden. Eine Abbildung darf ich nicht veröffentlichen, da das Verpackungsdesign sich noch ändert.

Aber hier sind die anderen Schätze:







 

Am besten hat mir der Streich Brotaufstrich von Zwergenwiese gefallen: Sonnenblumenkerne schmecke ich neben Meerrettich und Rote Beete gut raus. Dadurch schmeckt der Aufstrich nussig-kernig. Er lässt sich gut verstreichen, was will man auch von einem Produkt mit Namen Streich anderes erwarten. Die Farbe ist okay, obwohl sie rosa ist. Ist ja auch nicht anders zu erwarten. Das Glas ist recht dick und wertig und kann für andere Inhalte später verwendet werden. Durch verdickten Rand ist es sicher in der Hand zu halten. 180g sind schnell verbraucht. Ich streiche daher den Aufstrich dünn auf und er kommt trotzdem gut durch. Ich bin ja ein Fan vom Geschmack der Kombination, weil ich beides auch getrennt gerne esse. Als Sportler weiß ich um die leistungssteigernde Wirkung von Rote Beete. Meerrettich ist oft sehr scharf, aber die Mischung nimmt die Schärfe. Das ist gut.

Kein zugesetzter Zucker, kernig, gute Konsistenz, wertig, aber auch etwas teuer für die recht traditionellen und günstigen Zutaten.

Den Haferdrunk kannte ich schon. Wenn ich an das Getränk denke, habe ich Hafer-Milch im Kopf. Auf der Verpackung steht nur Hafer. Milch wäre ja auch nicht vegan. Das Getränk ist auch vom Geschmack keine Milch, nur vom Aussehen. Mich würde auch Milch aus anderen alten Getreidesorten interessieren. Warum macht das kein Hersteller. Das wäre doch ein Alleinstellungsmerkmal.

Es schmeckt leicht süßlich, aber Zucker wurde nicht hinzugefügt.
Vom Geschmack mag ich den Hafer Drink sehr. Ich würde ihn mir kaufen, aber da ich weiß, dass er sehr einfach selbst herzustellen ist, mache ich das nicht mehr.

Die Verpackung ließ sich mit etwas Kraftaufwand öffnen. Ich hatte Bedenken, dass mir alles entgegen spritzt, oder die Zughilfe abreißt, aber alles gut.
Aufgrund der verwendeten Zutaten empfinde ich die Fertiggetränke zu teuer.

Das Gold in Krisenzeiten ist Toilettenpapier Safe to Flush! Es reißt leicht. Gerade beim Herausnehmen muss man vorsichtig sein. Aber normales Klopapier kann auch reißen.  Irgendwie bin ich von Frischhaltetüchern mehr Reißfähigkeit gewohnt. Es ist gefühlt zu nass und möglicherweise will man nachwischen mit normalen Klopapier. Aber es ging auch ohne.
Das Tuch ist sehr groß, kann daher in zwei Teile geteilt werden, um zwei Wischvorgänge zu ermöglichen. Schwaben teilen es in vier Teile.
Es riecht angenehm zitronig und kann in der Toilette entsorgt werden. Es löst sich dort auf.
Es wischt gut sauber, besser als normales Toilettenpapier.
Es ist gut nach Gebrauch zu verschließen, sodass es nicht austrocknet.

Die  Konsistenz vom Bergerie Greek Style Joghurt ist sehr cremig wie ich es mir von Greek style erwarte. Er ist aber auch recht flüssig (beim Öffnen muss man vorsichtig sein).

Der Geschmack ist mir zu mild. Der charakteristische Schafmilchsgeschmack ist überdeckt. Dadurch trifft es zwar den Geschmack einer breiten Masse und es ist eine echte Kuhmilch-Alternative, aber damit auch sehr uncharakteristisch und wenig Wiedererkennung gegenüber anderen Joghurtalternativen. Er ist mir zu süß  und eignet sich zur Mischung mit anderen Joghurt. Der Vanillegeschmack ist deutlich spürbar und lecker.

Es ist auf den ersten Blick durch die gelb-braune Verzierung auf der Verpackung zu erkennen, dass es sich um ein Produkt griechisch Art handelt. Für mich suggeriert es ein Kornfeld, Sonne, Vanille. Das Babyblau ist angenehmer Kontrast. Die Schmetterlinge lassen die Landschaft lebendiger und intakt erscheinen. Diese Kulisse unterstreicht optisch die Aussage zur Verantwortungsvollen Haltung der Tiere.

Für alle, die noch etwas vorhaben, empfehle ich den Ingwershot von Rabenhorst und vom Lesen hier schon sehr ermüdet sind. Lecker und extrem guter Geschmack. Ein richtiger Muntermacher. Voller Vitamine. Schmeckt nach mehr, definitiv ein originelles Getränk, welches sehr natürlich schmeckt und sich die Zutaten herausschmecken lassen.
Die Schärfe ist nur im ersten Moment und hält nicht an, daher mir nicht zu unangenehm.
Ich habe mir einmal Orthomol Sport Fläschchen gekauft. Die haben Wunder bei langen Sporteinheiten gewirkt. Geschmacklich und die Verpackung in Glas hat mich das Produkt von Rabenhorst im Vergleich überzeugt. Allerdings wäre die Schärfe nichts für den Sport. Da würde ich eine mildere Varianten bevorzugen.

 


Dienstag, 6. Juli 2021

Catacombia von R.L. Ferguson Band 1

Auf einer Baustelle rutscht Sam in ein Loch und landet in einer fremden Umgebung.
Er wird von Kindern in seltsamer Kleidung in einem Netz fixiert und sie nehmen ihn mit.
Was passiert mit ihm? Wo ist er auf einmal? Zunächst ängstlich, dann neugierig auf das seltsame Umfeld, wird Sam allmählich vertraut damit. Er ist in Catacombia gelandet, eine unterirdische Welt voller Geheimnisse. Da er als Waise keine Familie hat, zieht es ihn nicht zurück in das Heim, wo er seit langem gelebt hat.
Er freundet sich mit Ella an, der Tochter seiner vorübergehenden Familie. Dank ihrer Hilfe findet sich Sam in der seltsamen Welt von Catacombia schnell zurecht.
Er darf am Unterricht teilnehmen und lernt schnell, wie die Bewohner leben und arbeiten.
Als es zu einem Zwischenfall bei einer Feierlichkeit kommt, stellt sich für Sam die Frage, wer ist gut, wer ist böse.
Sollte er lieber an die Oberfläche zurückkehren, oder gehört er sogar nach Catacombia? Ein seltsames Muttermal könnte ein Hinweis auf seine Herkunft sein. Sam kennt seine Eltern nicht.

Das Buch bietet einem ein volles Spektrum an Spannung und extrem guter Unterhaltung. Es ist ein Jugendabenteuer voller magischer Momente.
Die Kombination aus Antike und Moderne machen es zu einem ganz besonderen Buch. Der Autor schafft es sehr geschickt, Vergangenes mit Modernem zu kombinieren.
Es ist ein Märchen und gleichzeitig ein Science Fiction Abenteuer.

Ich war von der ersten Seite an begeistert vom tollen Schreibstil. Sam ist ein sympathischer Junge mit einem ebenso sympathischen Hund an seiner Seite.
Die Welt von Catacombia ist wunderschön und bunt, voller interessanter Entwicklungen, genialen Erfindungen und spannenden Momenten. Die Charaktere bieten viel Abwechslung, sie sind sehr individuell und sehr unterhaltsam.
Meine Begeisterung ist nur ein wenig getrübt, durch die Einführung, die Sam erlebt. Manche Mitschüler sind nicht nett zu ihm und seine Fragen werden nicht wirklich beantwortet. Wie im richtigen Leben, gibt es Unzufriedenheit und Neid unter den Schülern. Es ist jedoch beeindruckend, wie Sam dies alles meistert.
Da es eine Fortsetzung gibt, muss sich auch der Leser mit manchen Antworten auf seine Fragen gedulden.
Es ist ein Jugendbuch ab 10 Jahre, was teilweise zu jung ist, da manche Szenen extrem spannend und ein bisschen brutal sind. Dafür ist der Schreibstil entsprechend angepasst.
Ich als Erwachsene hatte meine Freude am Buch und bin gespannt, auf den 2. Teil.

So magisch, wie das Cover gestaltet ist, so magisch ist auch die Geschichte.

 

 Erschienen im Ravensburger Verlag GmbH am 15.04.2021

Kinder & Jugendbuch 

384 Seiten

ISBN 9783473408535 

Empfohlenes Alter: ab 10 Jahre 

 

 


 

 

Galileo von Dieter Pueschel

Das Buch "Galileo" ist nach einer wahren Begebenheit von Dieter Pueschel verfasst worden. Das heisst, obwohl es um Raumfahrt geht, ist es nicht Science Fiction im bekannten Sinne, sondern um Science und Fiction. Anfangs wird uns der Techniker und Nachwuchsingenieur Juri Wasdiljewitsch groß und breit vorgestellt und ich frage mich, ist das alles wichtig?

Auf dem Cover ist auch Galileo in technischer Ausführung und als menschliches Profilbild abgebildet. Leider kommt der Mensch Galileo überhaupt nicht zu Wort. Daher habe ich ihm Raum für seine Meinung zum Buch in meiner Rezension gelassen. Er meint im Unterschied zu diesen Buch, sei das Buch der Natur mit mathematischen Symbolen geschrieben.

Die ersten Szenen in Buch spielen an unterschiedlichen Orten mit stets weiteren Personen und erscheinen mir zusammenhangslos: Wohnungsbrand, fehlendes Fachhandwerk, lange Schläuche, Polizei-Alltag.

Alle Charaktere werden ungewöhnlich detailliert beschrieben. Für meinen Geschmack ist das größtenteils unnötig. Es wäre geschickt, dem Leser dies indirekt aus den Handlungen, Dialogen und Mimiken/Gestiken der Charaktere schließen zu lassen. In manchen Dialogen habe ich schwierigkeiten zu erkennen, wer was sagt: Es geht mit meinen Worten etwas so: "Wo stehen wir?"
"Am Anfang..."
"Das ist nicht weit."
"Ja, aber es ist ein Anfang."
"Die Neugier steht immer an erster Stelle eines Problems, das gelöst werden will."
Was davon hat Galileo gesagt?

Dann aber nimmt die Geschichte ihren Gang. Eine Entführung, nein, Kidnapping, ja, aber Kidnapping von einem Satelliten. Das ist ja wie bei einem James Bond! Das ist jedoch noch nicht alles: "Erpressung"! Galileo, so heißt das Buch und das ist auch die Bezeichnung des europäischen Satellitensystems, bei dem zwei Satelliten unter fremder nicht autorisierter Kontrolle geraten sind. Galileo kennen wir ja als weltweit nutzbares Satelliten-Navigationssystem, um sich unabhängig vom amerikanischen GPS zu positionieren. Die technische Lösung am Himmel misst, was messbar ist. Die Ermittler hingegen müssen messbar machen, was noch nicht messbar ist.

Für mich wird das europäische Satellitensystem im Buch zu wenig thematisiert. Ich denke nicht, dass das Satellitensystem "Galileo" bereits zur Allgemeinbildung zählt und jeder die politischen Hintergründe kennt und wie GPS funktioniert.

"Wer die Geometrie begreift, vermag in dieser Welt alles zu verstehen."
Galileo

Das Buch wird im Verlauf weniger technisch und geht in den Modus eines Krimis über. Es ist nicht gerade die klassische Art von Krimi, wo die Polizei dumm und unsynchronisiert herüber kommt und die Ermittlungserfolge von privaten Leuten erfolgen. Es geht erstens international zu und zweitens mit überraschend guter behördlicher Zusammenarbeit.

"Zwei Wahrheiten können sich nicht widersprechen."
Galileo

Es kommen verwirrend viele Personen, Organisation und Nationen vor. Doch das finde ich realistisch und authentisch.

"Die Natur ist unerbittlich und unveränderlich, und es ist ihr gleichgültig, ob die verborgenen Gründe und Arten ihres Handelns dem Menschen verständlich sind oder nicht."
Galileo

Es ist kein Krimi als "One-Man-Show" oder "Miss Marple-like", sondern es agiert ein globales Team mit schwarzen Schafen und Seals inklusive.

Es entwickelt sich eine Jagd, die die Ermittler rund um den Globus führt. Mir scheint es auch so, dass die Ermittler ihren Spass haben. Sie sind ganz unverkrampft und locker trotz langer Flugreise und neigen zu Scherzen und amüsanter Beschreibung ihrer Lage. Es werden keine Kosten und Mühen gescheut, Grenzen überschritten, denn es geht um noch viel mehr Geld als die Reisekosten.

"Wer will der Verstandeskraft und der Erfindungsgabe des Menschen Grenzen vorschreiben?"
Galileo

Gute Frage, ich nicht. Ich fand die Kulisse, die eingesetzten Waffen, die Technik und den Tathergang recht anschaulich, authentisch beschrieben. Ich habe nur zum Schluss vermisst, dass der Autor etwas zu der wahren Begebenheit schreibt.

"Alle Wahrheiten sind leicht verständlich von dem Zeitpunkt an, wo sie aufgedeckt werden. Die Frage ist, ob sie aufgedeckt werden."
Galileo

Der Roman ist quasi abgeschlossen, doch lässt er Raum für eine Fortsetzung und eine weitere Reise. Ich finde das gut, denn da stimme ich Galileo zu: "Wer die Wahrheit nicht kennt, ist nur ein Dummkopf.".

Ansonsten sind mir noch ungewöhnlich viele Rechtschreibfehler aufgefallen, die bei meiner Bewertung nicht zu einer Abwertung führten. Ich hatte auch das Gefühl, dass der Autor erst ab Mitte des Buches den Fluss der Handlung in Griff bekam. Zumindest fühlte ich mich erst ab Mitte des Buches grandios unterhalten.

Das letzte Wort hat Galileo:
"Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken."

Sonntag, 4. Juli 2021

Naglfar von Mikael Lundt

Es war einmal vor tausenden Jahren

Das Buch spielt im Grunde an einem Spielort und wäre in einem Film recht einfach zu produzieren. Diese Gegebenheit klingt zwar zunächst mehr als übersichtlich, doch der Ort birgt ein Geheimnis und möglicherweise auch eine Gefahr und die Dinge werden hyperorganischgalaktisch komplex.

Die Geschichte beginnt im Bergbaukomplex Svea II, Norwegen. Wassili Petrov ist dort mit einem Erkundungstrupp unterwegs. Sie entdecken eine Höhle mit vermutlich 1.000 Jahre alten Felszeichnungen. Etwas passiert. Es ist ein typischer Prolog.

Annika nimmt später die Forschungsarbeiten auf. Sie wurde bereits auf die Höhle aufmerksam gemacht. Wird sie weiter kommen als ihr Vorgänger?

Torger Hansen und ein Schneemodell werden vermisst. Sirgundson ist der Sicherheitschef und hat viel zu tun, die Menschen vor Ort vor Schlimmeren zu bewahren.

Es ist eine Gratwanderung für die Forscherin Annika, etwas über die Funde herauszustellen. Es gibt viele Hinweise und Kombinationsfähigkeit sind gefragt. Der Leser kann sich auch Gedanken machen. Wir alle spüren die Zeit läuft. Ab in den sicheren Bunker oder rein Höhle des Löwen? Es gibt einen Spion und es gibt brutale Gegenspieler. Selbst Kollegen laufen Gefahr durchzudrehen. Ich selbst fiebere der Auflösung entgegen. Kapitel für Kapitel gibt es neue Erkenntnisse.

Der ganze ober- und unterirdische Komplex erinnert mich an die Area 51. Es fehlt nicht an finanziellen Mitteln für das Vorhaben, und es unterliegt höchster Geheimhaltung. Das Militär hat seine Finger Spiel.

Ich habe das Buch als sehr spannend empfunden. Es kann durchaus real passieren, dass im nicht mehr so ewigen Eis viele Artefakte schlummern, die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Der Autor Mikael Lundt macht dies nun möglich und schildert in seinem Buch so eine wissenschaftliche Entdeckung sehr authentisch - viel authentischer als ich es von Lara Croft und Indianer Jones gewohnt bin. Das Buch mit dem Titel "Naglfar" ist keine Fußkrankheit, sondern arktisches Abenteuer das auch ohne die Oberweite einer Lara Croft punktet. Es ist ein Werk, welches zum Nachdenken anregt, dass oft unsere Menschheitsgeschichte viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist und wir den Blick für die äußeren Einflüsse auf uns verlieren. Es gibt im Eis, aber auch noch im Universum soviel mehr, was von Bedeutung ist. Zum Beispiel ein gut gegrilles Steak von Koch Jörn Svensson.

Ich bewundere Annika, wie sie fast stoisch an ihrer Aufgabe dran bleibt und den Gefahren auf den Grund geht - mit vorsichtiger Neugier und Blick für Details. Geld oder Leben scheint nicht ihr Antrieb zu sein. Ich mag Menschen, die leidenschaftlich agieren. Und ich mag Bücher, die den eigenen Horizont erweitern. Das Packeis der Arktis kann durchaus packend sein, das weiß ich jetzt.

2 Bleche Pizza, alles Zutaten aus biologischer Herkunft